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Wir verschlafen rund ein Drittel unseres Lebens. Doch warum schlafen wir überhaupt? Ganz einfach: Viele körperliche Prozesse laufen nur im Schlaf ab. So hat der Körper zum Beispiel nachts eine stärkere Immunabwehr. 

"Klar ist, dass der Schlaf, so wie wir ihn subjektiv erleben, der Erholung dient", sagt Schlafforscher Prof. Dr. Dieter Riemann. Möglicherweise hängt dies vor allen Dingen mit der Menge des Tiefschlafs in der Nacht zusammen, die ein Organismus bekommt.

Das Immunsystem schlafend auftanken

Stoffwechsel und Kreislauf verhalten sich im Schlaf anders als im Wachzustand. Das ist wichtig für die Gesundheit, denn der Körper verfügt im Schlaf über eine stärkere Abwehr gegen virale und bakterielle Infektionen. Umgekehrt: Wird die Tiefschlafphase unterdrückt, kann dies das Immunsystem in seiner Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. "Befunde aus der experimentellen Forschung zeigen, dass gerade in der Tiefschlaf-Phase wichtige Prozesse ablaufen, die das Immunsystem regulieren", so Prof. Dr. Riemann. 

Die Phasen des Schlafs

Schlaf ist kein gleichmäßiger Zustand. Nach dem Einschlafen wird der Schlaf zunehmend tiefer: Aus dem Wachzustand gleitet man in den sogenannten NONREM-Schlaf. Dieser wird je nach Tiefe des Schlafs in vier Stadien unterteilt.

Vom leichten, oberflächlichen Schlaf der Stadien 1 und 2 gleitet man zügig in den Tiefschlaf der Stadien 3 und 4. Dieser Tiefschlaf ist wichtig für die Regeneration des gesamten Körpers, vor allem des Gehirns.

Nach einer Weile wird der Schlaf leichter, und nach ungefähr 90 Minuten setzt die fünfte Schlafphase, die sogenannte "Rapid-Eye-Movement-Phase" (REM) ein. Wie der Name schon sagt, bewegen sich in dieser Phase die Augen sehr schnell und das Gehirn ist genauso aktiv wie im Wachzustand. In der REM-Phase träumt der Mensch besonders lebhaft und verarbeitet in diesen Träumen die Eindrücke des Tages. Die REM-Phase dient somit mehr der seelischen Erholung.

Schlafstadien und Schlafzyklen

Die einzelnen Schlafstadien treten in sogenannten Schlafzyklen auf. Ein Schlafzyklus dauert 90 Minuten. Gesunde Erwachsene durchlaufen in einer Nacht vier bis sechs solcher Schlafzyklen. Im Laufe der Nacht nehmen die Tiefphasen ab, während der Traumschlaf und der leichte Schlaf zunehmen. Der wichtigste Teil des Schlafs, der Tiefschlaf, kommt somit relativ früh im Verlauf einer Nacht an die Reihe. Der Schlaf gegen Morgen hin wird für den Organismus so immer weniger wichtig.

Ob man sich am nächsten Tag ausgeschlafen und fit fühlt, hängt also von einem günstigen Verhältnis der Schlafstadien ab. 

Tipps zum richtigen Schlafen

  • Stehen Sie jeden Tag zur selben Zeit auf.
  • Gehen Sie nur schlafen, wenn Sie wirklich müde sind.
  • Halten Sie die Temperatur im Schlafzimmer bei etwa 17 Grad Celsius, lüften Sie gut und dunkeln Sie den Raum ab.
  • Vermeiden Sie im Bett Fernsehen, Essen und stundenlanges Herumwälzen bei Einschlafproblemen.
  • Üben Sie kleine, entspannungsfördernde Schlafrituale aus. Geeignet sind zum Beispiel ein warmes Bad oder zehnminütiges Lesen.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Legen Sie sich einen regelmäßigen Tagesrhythmus zu. Üben Sie alltägliche Verrichtungen und Aktivitäten, wie etwa die Einnahme von Mahlzeiten und Medikamenten, Hausarbeit und ähnliches, immer zur selben Zeit aus. Damit halten Sie Ihre innere biologische Uhr im "richtigen Takt".
  • Nehmen Sie in den sechs Stunden vor dem Zubettgehen keine koffeinhaltigen Getränke oder Medikamente ein. Trinken Sie keinen Alkohol, vor allem nicht bei Müdigkeit. Schon geringe Mengen Alkohol können anregend wirken.
  • Meiden Sie Schlaftabletten oder gehen Sie vorsichtig und sparsam mit ihnen um. Meistens verschreiben Ärzte Schlafmittel für maximal drei Wochen. Nehmen Sie nie Schlafmittel zusammen mit Alkohol ein.