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Kinder zu Bewe­gung moti­vieren - aber wie?

Chillen, Zocken, Abhängen - bei Kindern und Jugendlichen kommt Bewegung heutzutage oft zu kurz: Nur jedes vierte Kind zwischen drei und siebzehn Jahren bewegt sich jeden Tag ausreichend und erreicht die WHO-Empfehlung von täglich mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität. Das geht aus der KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert-Koch-Instituts hervor. 

Danach verbringen auch immer mehr Kinder heutzutage ihre Freizeit lieber vor Spielkonsole, Smartphone, Fernseher oder Computer. Das größte Problem dabei: Der steigende Medienkonsum senkt die Chance, Sport zu treiben, so die KiGGS-Studie. Folgen können ein Mangel an echten sozialen Kontakten, Übergewicht und andere körperliche Probleme sein.

Dass ausreichend Bewegung jedoch wichtig für eine gesunde körperliche Entwicklung von Kindern ist, ist bekannt. Aber wie kann man seine Kinder zu mehr Bewegung motivieren?

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Kinder und Jugendliche schauen sich in erster Linie bei ihren Eltern ab, was gut ist. Sie übernehmen Verhaltensmuster und Nutzungsweisen. Auch einen guten Umgang mit Medien oder einen aktiven Lebensstil lernen sie zuerst in der Familie. Das bestätigen mehrere Studien.

Wer also in der Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher sitzt oder rund um die Uhr mit dem Smartphone beschäftigt ist, ist wenig glaubhaft, wenn er seinen Nachwuchs zu mehr Bewegung anhalten will.

  • Seien Sie aktiv, nehmen Sie die Treppe statt Rolltreppen oder Aufzug.
  • Machen Sie selbst Sport.
  • Schwärmen Sie davon, wie gut es Ihnen tut, aktiv zu sein, und wie wohl sie sich fühlen, wenn Sie sich bewegt haben.
  • Sprechen Sie im Beisein Ihres Kindes davon, wie viel Spaß Sie an Ihrem Sport und zum Beispiel an der Begegnung mit netten Menschen im Verein oder Fitnessstudio haben.
  • Zeigen Sie Ihren Kindern, welche Übungen oder Bewegungen Sie besonders gern bei Ihrem Sport mögen. Oft wollen Kinder gezeigte Bewegungen sofort ausprobieren: Lassen Sie es darauf ankommen - wer schafft mehr Sit-ups, Klimmzüge oder Liegestütze? Machen Sie einen kleinen Wettbewerb in der Familie daraus!

Gemeinsam aktiv sein!

Sport zu machen und aktiv zu sein, kann von Eltern vorgelebt werden, aber noch besser: Suchen Sie sich Sportarten und Freizeitaktivitäten heraus, die sie gemeinsam unternehmen können. Zum Beispiel:

  • Gemeinsame Ausflüge zum Spielplatz, Schwimmbad, zur Skatebahn, Kletter-, Tennis-, Parcours- oder Squashhalle
  • Eislaufen, Schlittenfahren, Langlauf- oder Abfahrtskifahren im Winter
  • Zusammen Rad fahren, joggen, wandern oder spazieren gehen - unser Tipp: Sportgeräte wie Ball, Frisbee oder Roller machen den Ausflug für Kinder attraktiver.
  • Eine Schnitzeljagd machen. Kennen Sie Geocaching? Die GPS-Schnitzeljagd ist eine Art Schatzsuche: Verstecke werden anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden.
  • Musik auflegen und zum Tanzen animieren

Solche Aktivitäten sollten Sie jedes Wochenende planen und so oft wie möglich in Ihrer gemeinsamen Freizeit unternehmen.

Kinder, bewegt euch doch mal!

Oft brauchen Kinder nur einmal einen kleinen Anstupser, um in Bewegung zu kommen. Das können Sie tun:

  • Lieblingssportarten der Kinder herausfinden, Vereine suchen, Probestunden vereinbaren und anmelden. Spaß ist dabei das Wichtigste. Unsportliche Kinder gibt es nicht, es gibt nur die falsche Sportart: Was für das eine Kind richtig ist, ist es noch lange nicht für das andere!
  • Kindern Bewegungsmöglichkeiten schaffen, auch in einer Wohnung - zum Beispiel mit einer Reckstange im Türrahmen, einem kleinen Trampolin oder Matten
  • Kinder in die Hausarbeit einbeziehen - wer nämlich denkt, Hausarbeit sei kein Sport, der irrt. Besonders auf Touren bringen dabei: Staubsaugen, Gassi gehen, Fenster putzen und Auto waschen
  • Zu Fuß ist cool: Lassen Sie Ihr Kind den Weg zur Schule zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, statt es mit dem Auto vorzufahren. Eine gute Idee ist es, eine Laufgruppe zu organisieren, wenn Mitschüler in der Nähe wohnen, oder das Kind zumindest mit einem Freund oder einer Freundin für den Schulweg zu verabreden.
  • Regeln vereinbaren für die Zeit vor Computer, Spielkonsole, Smartphone oder Fernseher und konsequent daran halten

Wer seine Kinder so motiviert bekommt, schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Denn Bewegung macht nicht nur körperlich fit und hält gesund, sondern macht nachweislich auch schlau und ausgeglichen.  

Das sagen Studien

Wer sich bewegt, lässt die Durchblutung im Gehirn steigen - allein beim Gehen um etwa 15 Prozent. Damit entstehen mehr Nervenbotenstoffe, die Zahl der Nervenverbindungen und das Aktivitätsniveau des Gehirns steigt. Außerdem können sich Kinder besser konzentrieren und entwickeln bessere Sprachfertigkeiten, wenn ihre Bewegungskoordination gut ist. Laut Studien reduzieren tägliche Bewegungsangebote aggressive Impulse bei Kindern. Sie verunfallen weniger durch ihre bessere Bewegungskoordination und gehen motivierter zur Schule.