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Risiko Feuer­werk - Vorsicht mit Knal­lern und Raketen

Alle Jahre wieder verabschieden wir an Silvester das alte Jahr und begrüßen das neue mit Knallern und Feuerwerk. Und mit genau der gleichen Regelmäßigkeit weisen verantwortliche Stellen darauf hin, dass wir vorsichtig mit Raketen und Böllern umgehen sollen. Trotzdem gibt es immer wieder Verletzte. Wie lässt sich das verhindern?

Viele gut gemeinte Sicherheitsratschläge werden in den Wind geschlagen, wenn der Uhrzeiger in der Silvesternacht auf zwölf vorrückt und das Böller-Fieber ausbricht. Deshalb sollte man sich am besten rechtzeitig vorher vergegenwärtigen, was alles passieren kann und sich entsprechend vorbereiten, um im Notfall schneller helfen zu können. Zur Grundausstattung an Silvester gehören daher neben Raketen, Böllern und Feuerzeug auch der Erste-Hilfe-Koffer. Noch ein Tipp: vorher nachschauen, welche Apotheke in der Nähe zum Jahreswechsel Notdienst hat.

Augenverletzungen unbedingt untersuchen lassen

Durch umherfliegende Knallkörper kommt es nicht selten zu schweren Augenverletzungen, die im schlimmsten Fall zum Verlust des Augenlichtes führen. Eine der Hauptursachen für Augenverletzungen ist die Explosion eines Böllers in der Nähe des Kopfes. Entweder, weil jemand den Knaller in eine Menschenmenge geworfen hat oder weil eine Person den Kracher festgehalten hat. Wenn der Feuerwerkskörper zu früh oder überraschend explodiert, hat der Betroffene kaum eine Chance, sich zu schützen.

Augenverletzungen müssen auf jeden Fall vom Facharzt untersucht werden, denn selbst bei für Laien geringfügig aussehenden Verletzungen kann es durch kleinste Splitter zu einer Verletzung der Hornhaut gekommen sein.

Brandwunden kühlen - aber richtig

Wo mit Feuer hantiert wird, kann es zu Verbrennungen kommen. Das Wichtigste ist dann: kühlen. Bei kleinen oberflächlichen Brandwunden genügt in vielen Fällen die Kühlung mit Leitungswasser bei einer Temperatur von etwa 20 Grad. Wesentlich kältere Temperaturen, wie etwa Eis, sind ungünstig, da sie zu einem Kälteschaden der Haut führen können. Wenn die Haut nur gerötet ist und keine Blasen bildet, ist ein Verband nicht nötig. Stattdessen können Sie die Verletzung an der Luft heilen lassen. In diesem Fall verschafft eine Brandsalbe Linderung. Brandblasen nicht aufstechen, weil sonst Eitererreger in die Wunde gelangen können. Tiefe Brandwunden sollte man nicht selbst behandeln, sondern immer mit einem sterilem Verbandvlies abgedeckt dem Hausarzt zeigen.

Handelt es sich um eine größere Brandwunde, sollte umgehend der Rettungsdienst beziehungsweise Notarzt unter 112 (deutschlandweit) angerufen werden. Bis der Rettungswagen eingetroffen ist, sollten Sie die Wunde weiter kühlen. Das lindert nicht nur die Schmerzen, sondern dämmt auch eine mögliche Tiefenausdehnung der Schädigung ein. Das Auftragen von Brandsalben, Puder, Öl, Zahnpasta, Mehl oder anderen Hausmitteln sollte unterbleiben, denn diese Mittel können eine weitere Kühlung verhindern und die Wunde verschmutzen.

Knaller und Böller - lauter als ein Düsentriebwerk

Neben Verbrennungen gehören zeitweilige Hörverluste zu den meisten durch Knaller hervorgerufenen Verletzungen. Die gehörschädigende Wirkung von Chinaknallern und Kanonenschlägen beruht vor allem auf den extrem hohen Spitzenpegeln, die bis zu 173 Dezibel (dB) erreichen können. Zum Vergleich: Ein Düsentriebwerk erreicht in 25 Meter Abstand "nur" 140 dB, schon 120 dB sind auch kurzfristig schädlich. Die feinen Sinneszellen und die kleinsten Knöchelchen unseres Körpers (Hammer, Amboss, Steigbügel) haben da keine Chance.

Nicht jeder Knall führt zu einem Hörschaden, aber er kann. Bestimmte Frequenzbereiche können so für den Rest des Lebens verloren gehen. Knalle, Explosionen und Schüsse enthalten sehr hohe Frequenzen, die für die Ohren besonders gefährlich sind. Und gerade die hohen Töne sind es dann, die den geschädigten Ohren fortan entgehen: Klingeltöne, Vogelzwitschern, hohe Stimmen.

Schon bei kleinsten Anzeichen zum Ohrenarzt

Viele Betroffene gehen nicht früh genug zum Arzt, gerade, wenn sich die Gehörschädigung nicht durch einen kompletten Hörverlust auf einem Ohr äußert, sondern durch andere Symptome. Dazu gehören beispielsweise eine Verschlechterung des Sprachverständnisses bei Neben- oder Hintergrundgeräuschen, ein "dumpfer Höreindruck" oder Ohrgeräusche.

Aus Sicht der Ohrenärzte gibt es deshalb nur einen Rat: Am sichersten ist es, im Haus zu bleiben und das Feuerwerk durch die Fenster zu beobachten. Doch der Rückzug ins stille Kämmerlein ist nicht jedermanns Sache. Eine Alternative sind einfache Gehörschutzstöpsel.

Knaller sind kleine Sprengsätze

"Silvesterknaller müssen als kleine Sprengsätze eingestuft werden, deren Wirkung nur milder ist", sagen die Experten vom Kampfmittelräumdienst. Die Wirkung darf nicht unterschätzt werden. Kanonen- und Donnerschläge sowie Böller sollten niemals in der Hand gezündet werden, sondern nur am Boden liegend im Freien, Raketen aus der Flasche heraus. So lauten zwei der viel zitierten Ratschläge.

Explodieren mehrere Böller in der Hand, führt das neben den Verbrennungen und den Schäden an Augen und Ohren auch zu traumatischen Verletzungen der Hand mit Brüchen der Finger und ausgedehnten Weichteilschäden. Nicht selten verlieren Kinder dabei sogar Teile der Hand oder einzelne Finger. In solchen Fällen ist nur eines zu tun: Sofort in die nächste Notaufnahme oder den Notarzt verständigen!