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Wieder nicht in der Schule gewesen: Fünf bis zehn Prozent der Schüler in Deutschland bleiben dem Unterricht regelmäßig fern, weil sie den Schulbesuch verweigern oder schwänzen. Die Ursache hierfür kann Angst sein.

Schwänzen ist nicht gleich Schwänzen: Man unterscheidet regelmäßiges Fernbleiben vom Unterricht (das nicht auf Ängste, sondern auf Unlust, Langeweile oder auf eine Störung des Sozialverhaltens zurückzuführen ist) und eine angstbedingte Schulverweigerung (Schulangst). Überschneidungen der beiden Diagnosen kommen häufig vor.

Beim schulpsychologischen Dienst können Tests gemacht werden, in denen es etwa um die Wahrnehmungsgeschwindigkeit oder um ganzheitliches Erfassen geht. Eine individuelle Diagnostik kann Angstauslöser ergründen, familiendiagnostische Fragen bilden dabei einen Schwerpunkt. Solche Diagnosen helfen, zu erkennen, woher die Angst kommt.

Welche Ursachen hat eine angstbedingte Schulverweigerung?

Bei der Schulangst meidet das Kind bestimmte Angstsituationen in der Schule. Ursachen können sowohl Leistungs- und Prüfungsangst sein wie auch Kränkungen, Ausgrenzung oder Demütigungen (soziale Phobie). Durch das Vermeidungsverhalten erlebt das Kind zunächst eine gefühlsmäßige Erleichterung, da die angstauslösenden Situationen wegfallen.

Auch Trennungsangst kann ein Grund dafür sein, dass Kinder dem Unterricht fern bleiben. Den Kindern graut vor der Trennung von seinen Bezugspersonen, zum Beispiel den Eltern. Ihnen fällt der Weg zur Schule schwer und sie kehren häufig wieder um. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Schulangst im engeren Sinn.

Was sind die Folgen der Schulverweigerung?

Die schulische Leistung des Kindes sinkt mit der Zeit, sodass ein Teufelskreis entstehen kann: Durch die nachlassenden Leistungen erfährt das Kind zunehmend Kränkungen und fühlt sich als Versager. Schuldgefühle entstehen, weil das Kind die Erwartung der Eltern nicht mehr erfüllen kann. Das Kind bekommt noch mehr Angst vor der Schule und bleibt dem Unterricht noch öfter fern.

Wenn die Kinder keine Hilfe erhalten und sie den Schulbesuch über lange Zeit immer wieder verweigern, steigt das Risiko, dass sie die Schule ohne Abschluss verlassen, später arbeitslos sind und psychische oder soziale Probleme haben.

Welche Verhaltensmuster und körperlichen Symptome weisen auf Schulangst hin?

Nicht selten treten bei Schulangst und Schulphobie besonders morgens vor der Schule körperliche Symptome auf. Hierzu zählen Bauchschmerzen, Schwindel, Kreislaufschwäche, Durchfall, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Nägelkauen und Stimmungsschwankungen.

Morgens trödelt das Kind oder es weigert sich allein oder überhaupt in die Schule zu gehen. Es gerät in Panik oder macht den Eltern, Lehrern und teilweise auch den Mitschülern Vorwürfe (an die Eltern: Du hast mich nicht lieb, wenn du mich weggibst, an die Lehrer: Der Lehrer ist zu streng, die Aufgaben sind zu schwer).

Was ist zu tun, wenn das Kind den Schulbesuch verweigert?

Die Behandlung von Schulangst und Schulphobie erfordert eine enge Zusammenarbeit von Kindern, Eltern, Lehrern und Therapeuten.

In der Regel sollten die Eltern dem Wunsch des Kindes, dem Unterricht fern zu bleiben, nicht nachkommen. Ist es einmal wirklich nicht vermeidbar, dass das Kind zuhause bleibt, ist es wichtig, das Kind und seine Ängste ernst zu nehmen. Erspart man ihm den Schulbesuch, ist das zwar eine Entlastung für das Kind, aber durch positiv besetzte Tätigkeiten wie Fernsehen bekommt es ungewollt eine Belohnung.

Wichtig ist es, das Kind zum Schulbesuch zu motivieren. Auch sollten körperliche Beschwerden ernst genommen, aber nicht als Entschuldigung für das Fernbleiben von der Schule akzeptiert werden. Hilfreich ist es, wenn das Kind einen Lehrer hat, dem es vertraut und an den es sich mit seinen Problemen wenden kann.

Auch Gespräche mit einem Schulpsychologen sind sinnvoll. Zusätzliche Unterstützung bieten Beratungsstellen sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten an.

Dem Kind sollten neue Erfolgserlebnisse zum Beispiel durch die Definition neuer, erreichbarer Ziele ermöglicht werden, um so den Teufelskreis von Versagen und Schulangst zu durchbrechen. Auch Familien- und Verhaltenstherapien sind empfehlenswert. Mit der Unterstützung durch den Therapeuten und die Eltern kann das Kind lernen, sich den gefürchteten Situationen zu stellen. Zusätzlich kann es neue, positive Erfahrungen machen.

Bei Bedarf kann das Kind auch seine sozialen Fähigkeiten verbessern und somit sein Selbstsicherheitsgefühl stärken. Die Eltern und andere Bezugspersonen sollen lernen, wie sich ihr eigenes Verhalten auf das Kind auswirkt, wie sie das Kind unterstützen und wie sie mit Vermeidungs- oder Angstreaktionen des Kindes umgehen können.

Wie ist die Prognose?

Bei der Schulphobie ist die Prognose abhängig vom Alter, Schweregrad und von der Mitarbeit der Eltern. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten und desto besser lassen sich Begleitprobleme, zum Beispiel in der Familie, vermeiden.