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Piercings zieren die Körper vieler Menschen. Einer Studie der Ruhr-Universität Bochum zufolge waren im Jahr 2014 rund 9 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer in Deutschland gepierct. Zählt man Ohrlöcher dazu, haben in der Altersklasse der 25- bis 34-Jährigen rund 52 Prozent der Bevölkerung ein Piercing. Doch ein Piercing ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch ein Fremdkörper für die Haut. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren. 

Woran erkenne ich ein gutes Piercing-Studio?

Das Piercen ist zwar kein großer, aber dennoch ein ernstzunehmender Eingriff, der von Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Gute Piercer achten auf absolute Sauberkeit. Alle Materialien, die zum Einsatz kommen, sollten steril verpackt und die Arbeitsfläche desinfiziert sein. Bevor der Piercer beginnt, sollte er nicht nur ein frisches Paar Einmalhandschuhe anziehen, sondern auch die Hautoberfläche, die gepierct wird, sorgfältig desinfizieren. Auch sollten der Raum, in dem der Eingriff stattfindet, und der, in dem beraten wird, voneinander getrennt sein, damit ersterer so hygienisch wie möglich bleibt.

Der Piercer sollte sich im Vorfeld genug Zeit für die ausführliche Beratung zum Eingriff an sich, zu den möglichen Komplikationen und zur Nachsorge nehmen.

Zu welchen Komplikationen kann es kommen?

Nach dem Piercen kann es zu leichten Schwellungen und Rötungen kommen. Auch kann die Haut brennen, schmerzen oder Wundsekret (kein Eiter) absondern. Solange die Beschwerden sich nicht verstärken oder länger als drei Tage andauern, sind diese Reaktionen noch im normalen Bereich.

Ob es zu Komplikationen wie Entzündungen kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je sauberer es beim Stechen zugeht und je erfahrener der Piercer ist, desto geringer ist das Risiko, dass es zu Problemen kommt. Auch die Körperstelle, die gepierct wird, spielt für den Heilungsprozess eine Rolle: Piercings in gut durchblutetem Gewebe, wie etwa in der Zunge, heilen leichter ab als solche, die Knorpelgewebe durchstechen, wie beispielsweise im Ohr.

Es kann auch passieren, dass der Körper allergisch auf das Material des Piercings reagiert. Dafür verantwortlich ist meist das in Metallgegenständen in Form von Legierungen enthaltene Nickel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat herausgefunden, dass beim Piercen ein besonderes Risiko besteht, gegenüber Nickel sensibilisiert zu werden und eine Kontaktdermatitis zu entwickeln. Das Tragen von Piercings in jungen Jahren erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener eine Nickelallergie auszubilden.


Kontaktallergien treten meist nach ein bis zwei Tagen auf. Die Haut fängt an zu jucken, wird rot oder bildet um das Piercing herum Bläschen. Wer solche Überempfindlichkeitsreaktionen bei sich feststellt, sollte umgehend einen Arzt zurate ziehen.

Wie pflegt man ein frisches Piercing am besten?

Um das Risiko einer Entzündung zu minimieren, ist es wichtig, die frisch gepiercte Stelle vor allem in der Heilungsphase sorgfältig zu reinigen und zu pflegen. In erster Linie sollte man das Piercing nur mit sauberen Händen anfassen und es so viel wie möglich in Ruhe lassen. Je seltener man es berührt, desto weniger kommt der wunde Bereich mit Bakterien in Kontakt.

Um die Bakterienanzahl weiter zu mindern, sollte man die gepiercte Stelle zweimal täglich mit einem Wunddesinfektionsspray oder mit einer desinfizierenden Waschsubstanz reinigen. Das Auftragen einer Wund- und Heilsalbe kann die Wundheilung beschleunigen.

Je nach Körperstelle, die gepierct wurde, ist es ratsam, in der ersten Zeit Kleidung zu tragen, die nicht am Piercing reibt oder gar hängen bleibt. Auch beim Sport sollte man darauf achten, dass das Piercing so wenig wie möglich "gestresst" wird. Am besten klebt man es mit einem Pflaster ab, damit es geschützt ist.

Schwimmbäder, Dampfbäder, Saunen oder Solarien sind in der Heilungsphase tabu, da Chlor und UV-Strahlung die Haut reizen und an solchen Orten die Gefahr generell höher ist, dass Keime in die Wunde kommen. Auch sollte man zuhause lieber duschen, anstatt zu baden, um die gereizte Haut nicht unnötig aufzuweichen und so Keimen das Eindringen in die Haut zu erleichtern.

Hilft das "Daith Piercing" tatsächlich gegen Migräne?

Wer im Internet nach alternativen Methoden zur Behandlung von Migräne sucht, findet neuerdings unzählige Links, die das sogenannte "Daith Piercing" empfehlen. Dieses Piercing wird im Bereich des Ohrknorpels gestochen, wo einer der Akupunkturpunkte liegt, der zur Migränebehandlung stimuliert wird. Durch die Aktivierung der energetischen Kreise soll, so die These, die Migräne bekämpft werden können.

Dafür, dass das tatsächlich funktioniert, gibt es jedoch bislang keinen wissenschaftlichen Beleg. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) warnt vielmehr davor, sich aus Gründen der Migränetherapie piercen zu lassen – nicht nur, weil der Therapieerfolg fraglich ist, sondern auch, weil das Piercen an sich mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.