Frau hält sich wegen Magenkrämpfen den Bauch
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Heftige Magen-Darm-Beschwerden mit Fieber und blutig-schleimigem Durchfall können die Folge einer Amöbenruhr sein. 

Der Erreger dieser Darminfektion sind Einzeller (Entamoeba histolytica), die weltweit, insbesondere in tropischen und subtropischen Gebieten, vorkommen. Sie treten meist dort auf, wo die hygienischen Verhältnisse unzureichend sind. Auch in gemäßigten Klimazonen kommt die Erkrankung gelegentlich vor, zum Beispiel bei Kanalarbeitern.

Die Symptome der Amöbenruhr

Menschen, die Amöben in sich tragen, aber nicht an Amöbenruhr erkrankt sind, scheiden die Dauerformen (Zysten) aus. Mit den Zysten können Sie sich infizieren, wenn Sie verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser essen und trinken. Auch bei anal-oralem Sexualverkehr ist eine Übertragung möglich.

Die Infektion kann völlig ohne Beschwerden verlaufen, mit leichten, langsam beginnenden Beschwerden oder manchmal auch mit plötzlich einsetzenden, heftigen Beschwerden einhergehen. Bis zum Auftreten der ersten Symptome können wenige Tage, bis mehrere Monate vergehen.

Typisch für eine Amöbenruhr sind Magen-Darm-Beschwerden mit Fieber und blutig-schleimigen Durchfällen. Bei einem leichteren Verlauf wechseln sich Bauchkrämpfe und Durchfälle mit beschwerdefreien Intervallen oder Verstopfung ab. Der Stuhl ist schaumig und schleimig.

Auch zu Entzündungen und Geschwülsten im Darm sowie zu einem Darmdurchbruch mit nachfolgender Bauchfellentzündung kann es kommen. Die Amöbenruhr nimmt häufig einen chronischen Verlauf.

Wenn die Amöben die Darmwand durchdringen, können sie auch außerhalb des Darms Beschwerden verursachen. Am häufigsten ist ein Leberabszess, eine schwere Erkrankung, die mit Fieber, Oberbauchbeschwerden und Gewichtsverlust einhergeht. Auch andere Organe, zum Beispiel die Lunge, können betroffen sein.

Diagnose und Behandlung

Bei Durchfallerkrankungen, vor allem bei blutigem Durchfall, nach einem Aufenthalt in subtropischen oder tropischen Gebieten, besteht immer der Verdacht auf eine Amöbenruhr.

Der Nachweis der Amöben und deren Erbmaterial erfolgt in Stuhlproben. Auch Antigen- und Antikörpernachweise können hilfreich sein. Bei nachgewiesener Amöbenruhr führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, zum Beispiel Blutuntersuchungen. In einigen Fällen kommen eine Darmspiegelung oder eine Ultraschalluntersuchung hinzu.

Bei schwerer Amöbenruhr sollte der Patient Bettruhe einhalten und auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Elektrolyten achten. Zusätzlich verordnet der Arzt Medikamente zur Bekämpfung der Amöben.

Vorbeugung gegen Amöbenruhr

Achten Sie vor allem auf die Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. Das gilt auch, wenn Sie einen guten Impfschutz haben. In Risikogebieten sollten Sie den Verzehr roher Speisen vermeiden und nur abgekochtes oder filtriertes Wasser verwenden.

Nach Tropenreisen kann es ratsam sein, eine Stuhlprobe untersuchen zu lassen, um das Vorliegen einer stummen Infektion mit krankheitsauslösenden Amöben auszuschließen. Die Diagnose ist nicht ganz einfach, da auch harmlose Amöbenformen vorkommen.