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Die Amputation einer Extremität ist ein alles veränderndes Ereignis. Von einem Tag auf den anderen müssen Betroffene sich an ein neues Erscheinungsbild gewöhnen. Die Fähigkeit, zu fühlen, zu greifen und zu halten, geht verloren. Als Ersatz für den verlorenen Arm ist die myoelektrische Prothese eine gute Alternative zu den sonst formschönen, aber unbeweglichen Prothesen. 

Mit einer Geschwindigkeit von 300 Millimetern pro Sekunde greift der Hightech-Arm nach einem Gegenstand und entspricht damit dem höchsten Standard der Medizintechnik.

Die Prothese sieht dem natürlichen Arm, dank ihrer hautähnlichen Silikonverkleidung, nicht nur sehr ähnlich, sondern ermöglicht ihrem Anwender zu greifen, zu halten und aktiv zu sein.

Fort­schritt leben

Myoelektrische Armprothese

"Das Besondere an der myoelektrischen Armprothese ist, dass die Prothesenträger selbst entscheiden, ob sie die Bewegung schnell, langsam, kräftig oder sanft ausführen", erklärt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Möglich sind diese Bewegungen durch einen kleinen Akku, der sich im Schaft der Prothese versteckt."

Wie funktioniert die myoelektrische Armprothese genau?

Patienten steuern die myoelektrische Prothese mit den Muskeln des verbliebenen Armstumpfes. Durch das An- und Entspannen der Beuge- und Streckmuskeln im Unterarm entstehen Muskelsignale. Ein Mikroprozessor im Schaft der Prothese misst die myoelektrischen Impulse über Hautelektroden und errechnet daraus ein elektrisches Steuersignal für die Aktoren (=Motoren) der Prothese, die Arm und Hand bewegen.

Technisch immer besser

Die Hand- und Armprothesen werden heutzutage kontinuierlich weiterentwickelt. Leistungsstarke, leichte Akkus und neue Steuerungsmöglichkeiten in der Elektronik ermöglichen eine gute Feinmotorik und ein natürliches Aussehen der Prothesen.

"In den vergangenen Jahren hat sich die Technik der myoelektrischen Prothesen rasant entwickelt", sagt Rudnick. "Damit können wir heute besser auf die Bedürfnisse von Menschen eingehen, die eine Extremität verloren haben."

Doch damit ist die Forschung und Entwicklung von Prothesen noch lange nicht am Ziel. So enthalten Zukunftsvisionen einer Prothese einen integrierten Minicomputer, der eine Bewegung noch intuitiver und natürlicher macht. Die Computer sollen die Bewegungsabsichten der Prothesenträger frühzeitig vorhersehen können.

Intensives Training ist Pflicht

Erwachsene und Kinder, die eine myoelektrische Arm- oder Handprothese tragen, benötigen ein intensives Prothesentraining, denn der Hightech-Arm lässt sich nicht so einfach steuern. Das Training der Muskelsignale ist so aufwendig wie das Erlernen eines Musikinstruments.

Ergotherapeuten unterstützen Betroffene dabei, Bewegungsabläufe wie Essen mit Messer und Gabel neu zu lernen. Kinder trainieren ihren neuen Roboterarm auf spielerische Weise.