Kathe­tera­b­la­tion korri­giert Herz­rhythmus

Wenn Medikamente bei Herzrhythmusstörungen nicht ausreichen, ist eine spezielle Herzkatheteruntersuchung erste Wahl: die Katheterablation. TK-Versicherte profitieren an der Universitätsmedizin Mainz von der innovativen Methode, bei der krankhafte Bereiche im Herzmuskel gezielt verödet werden. 

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung: In Deutschland sind etwa 1,8 Millionen Menschen betroffen. Fünf Prozent von ihnen leiden an dauerhaftem (persistierendem) Vorhofflimmern.

Bei anhaltendem Vorhofflimmern bietet eine Katheterablation die größte Erfolgsaussicht, die Herzrhythmusstörung dauerhaft zu beseitigen.

Wie funktioniert die Katheterablation?

Die Katheterablation erfolgt in der Regel im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung. Ihr Ziel ist es, zunächst diejenigen Bereiche im Herzmuskelgewebe zu identifizieren, die durch zusätzliche elektrische Impulse das Vorhofflimmern auslösen. Diese werden anschließend gezielt mit Hochfrequenzstrom verödet. Dabei gibt die Katheterspitze punktgenau Hitze an das Gewebe ab, um so die zusätzlichen elektrischen Impulse der krankhaften Bereiche auszuschalten.

Lungenvenen elektrisch isolieren

Heute ist bekannt, dass vor allem zusätzliche elektrische Impulse aus den Lungenvenen das Herz aus dem Takt bringen – bei der anfallsartigen Form sind diese Gefäße der dominierende Ursprungsort für Vorhofflimmern. Damit sich die störenden Impulse nicht weiter ausbreiten können, werden die Lungenvenen bei der Katheterablation standardmäßig elektrisch isoliert.

Ablationen in anderen Bereichen der Vorhöfe

Bei persistierendem Vorhofflimmern sind jedoch oft weitere Bereiche der Vorhöfe für die Rhythmusstörungen verantwortlich, was zusätzliche, komplexere Ablationen in beiden Vorhöfen notwendig macht.

Die auslösenden Areale unterscheiden sich stark von Patient zu Patient, sodass eine individualisierte Suche nötig ist, um diese gezielt ausschalten zu können. Ein solches spezialisiertes und aufwendiges Vorgehen ist eine Besonderheit, die nur auf Rhythmologie spezialisierte Zentren, wie die Universitätsmedizin Mainz, standardmäßig anbieten können.

Weitere innovative Techniken

In Mainz gehen die Ärzte inzwischen noch einen Schritt weiter: Statt das Herz aufwendig über einen Katheter von innen abzusuchen, soll künftig der "Blick von außen" genügen, um verdächtige Stellen zu identifizieren.

Sie geben sich in einem hochauflösenden EKG zu erkennen, das mittels einer Spezialweste mit 252 Elektroden aufgezeichnet wird. Dabei entsteht eine "Landkarte" für den eigentlichen Kathetereingriff, bei dem nach und nach alle krankhaften Stellen im Herzen besucht und ausgeschaltet werden.

Solche besonders innovativen Techniken werden in Mainz derzeit im Rahmen von Studien eingesetzt. Die Vision ist, dies künftig auch in der klinischen Routine anbieten zu können.

Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz in Rheinland-Pfalz

Das Zentrum für Kardiologie besteht aus zwei Bereichen: Die Kardiologie I umfasst die allgemeine und interventionelle Kardiologie, die Angiologie und die internistische Intensivmedizin, die Kardiologie II die sogenannte "Rhythmologie", die alle Formen von Herzrhythmusstörungen behandelt. Die Rhythmologie hat kürzlich einen Neubau bezogen. Herzstück sind hochmoderne Herzkatheterlabore - die teils als Hybrid-OP ausgelegt sind und höchsten technischen und hygienischen Ansprüchen entsprechen. Der Direktor der Kardiologie II, Univ.-Prof. Dr. Thomas Rostock, ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Rhythmologie.

Kontakt

Zentrum für Kardiologie, Kardiologie II / Rhythmologie (Geb. 401K)

Univ.-Prof. Dr. Thomas Rostock

Universitätsmedizin Mainz

Langenbeckstr. 1

55131 Mainz

Tel. 061 31 - 17 72 18

Internet: http://www.unimedizin-mainz.de/kardiologie-2/startseite/startseite.html