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Die Ionenstrahltherapie ermöglicht eine niemals zuvor erreichte Präzision bei der Behandlung von Tumoren. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) kommt eine hochmoderne Schwerionentherapie-Anlage zum Einsatz, mit der Tumoren dreidimensional bearbeitet und punktgenau zerstört werden können. 

Mithilfe von Teilchenbeschleunigern erreichen Strahlen inzwischen annähernd Lichtgeschwindigkeit, bevor sie in den Körper eindringen. Die am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) eingesetzte hochmoderne Schwerionentherapie-Anlage ist zudem mit einer beweglichen Bestrahlungsquelle ausgestattet.

Die "Gantry" genannte Bestrahlungsquelle rotiert bei der Behandlung 360 Grad um den Patienten, sodass der Tumor von allen Richtungen aus bestrahlt werden kann.

Ionen­strahlen in der Krebs­the­rapie

Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus über die Ionenstrahltherapie am HIT

Für wen ist das Hochpräzisionsverfahren?

Vorteil des dreidimensionalen Rasterscan-Verfahren ist, dass sich die Tumoren so präzise bekämpfen lassen, dass das Nachbargewebe nicht geschädigt wird. Von der Ionenstrahltherapie profitieren vor allem Patienten mit Tumoren an Auge, Sehnerv und Darm, sowie mit tiefliegenden und besonders widerstandsfähigen Tumoren. Das Verfahren kommt nicht für jeden infrage. Entscheidend dafür ist eine sogenannte eingeschränkte Indikationsliste, die auf einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) basiert.

So funktioniert die Therapieanlage im Detail

Zur Erzeugung der Protonen- und Schwerionenstrahlen wird im HIT ein zweistufiges Teilchenbeschleuniger-System, bestehend aus einem fünf Meter langen Linearbeschleuniger und einem ringförmigen Beschleuniger mit 20 Metern Durchmesser verwendet, um die Teilchen auf bis zu 75 Prozent der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Magnetfelder führen die Therapiestrahlen in Vakuumröhren in die Behandlungsräume. So erreichen die Strahlen millimetergenau auch bis zu 30 Zentimeter tief liegende Tumoren.

Darum ist die Behandlung so präzise

Bevor bestrahlt werden kann, kommen moderne bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, um den Tumor und das umgebende Gewebe präzise zu vermessen. Der Patient erhält eine individuell angefertigte Fixierung, damit die Physiker im HIT den Therapiestrahl exakt auf die Koordinaten positionieren, die aus den Ergebnissen von CT und MRT berechnet werden.

Zur Bestrahlung legt sich der Patient auf den robotergesteuerten Behandlungstisch. Eine exakte Behandlungsposition ist dabei wichtig. Ein an der Decke befestigtes Röntgensystem stellt dies sicher. Hierzu vergleichen die Ärzte die Röntgenaufnahmen mit den CT- und MRT-Aufnahmen. Dann erst beginnt die Bestrahlung.

Maximale Sicherheit bei der Tumorbestrahlung

Während der Anwendung wird der Therapiestrahl 100.000 Mal pro Sekunde zusätzlich am Computer überprüft. Diese PC-gestützte Kontrolle gewährleistet größtmögliche Sicherheit.

Die lonenstrahltherapie soll langfristig bei etwa zehn Prozent der Patienten zum Einsatz kommen. Sie steht als eine Behandlungsoption auch Patienten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zur Verfügung.

Heidelberger lonenstrahl-Therapiezentrum (HIT)

Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT des Universitätsklinikums Heidelberg ist  aufgrund seiner innovativen Technologie eine weltweit einzigartige Therapieanlage zur Behandlung von Tumoren. Zudem ist es die europaweit erste in ein Klinikum integrierte Therapie-Anlage, an der mit Protonen und Schwerionen bestrahlt wird.

Seit Inbetriebnahme des HIT im November 2009 behandelten Ärzte mehr als 1.000 Patienten mit der Methode und führten mehrere klinische Studien durch.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet Patienten Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Die Patienten profitieren von der hohen Qualität der Versorgung im NCT sowie den Therapiemöglichkeiten am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) des Universitätsklinikums.

Kontakt

Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT am Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus
Ärztlicher Direktor: Abteilung RadioOnkologie und Strahlentherapie
Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)
Im Neuenheimer Feld 400
D-69120 Heidelberg

Tel. 06221 - 56-35689 (Mo.- Fr., 8-12 Uhr)
E-Mail: strahlentherapie@med.uni-heidelberg.de