Ther­mo­a­b­la­tion von Schild­drü­sen­knoten

2 Minuten Lesezeit

Wenn Schilddrüsenknoten zu Beschwerden führen, raten Ärzte häufig zu einer OP. Die birgt allerdings Risiken, so können die Stimmbandnerven beschädigt werden. TK-Versicherte profitieren von schonenden Alternativen wie der Thermoablation: der gezielten Zerstörung von Schilddrüsenknoten durch Hitze. 

Etwa jeder Dritte hat Knoten in der Schilddrüse. Bei Patienten über 50 ist es sogar jeder zweite. Wenn Schilddrüsenknoten eine bestimmte Größe erreichen, sind sie von außen tastbar, können auf die Luft- oder Speiseröhre drücken und ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals hervorrufen. Auch Probleme beim Schlucken, Heiserkeit und der Zwang sich zu räuspern können auftreten.

Außerdem können bestimmte Schilddrüsenknoten zu Symptomen einer Überfunktion führen, wenn sie zu einer gesteigerten Hormonproduktion beitragen.

Was ist ein Schilddrüsenknoten?

Die Schilddrüse ist eine hormonbildende Drüse knapp unterhalb des Kehlkopfs. Sie bildet verschiedene Hormone und ist so am Stoffwechselprozess beteiligt. Unter anderem beeinflussen die Schilddrüsenhormone Verdauung, Psyche und Herz. Von Schilddrüsenknoten spricht man, wenn innerhalb der Schilddrüse einzelne Areale entstehen, in denen sich die Zellen des Organs vermehren und/oder vergrößern.

Wenn die Schilddrüsenknoten Beschwerden verursachen, raten die Ärzte meist zu einer Operation. Dabei werden große Teile der Schilddrüse oder häufig auch das komplette Organ entfernt. Zu den Risiken einer Schilddrüsen-OP gehört unter anderem, dass die Stimmbandnerven beschädigt und die Nebenschilddrüsen beeinträchtigt werden.

Schonende Alternativen zur OP

TK-Versicherte können sich als Alternative zur OP an der Klinik für Nuklearmedizin der Universitätsklinik Frankfurt behandeln lassen. Die Klinik für Nuklearmedizin bietet sämtliche nicht-operative Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen an. So können individuell abgestimmte Behandlungspläne im Gespräch zwischen Patient und Arzt erarbeitet und zeitnah umgesetzt werden.

Radiojodbehandlung  

Zu den angebotenen Verfahren gehört die seit Jahren erfolgreich eingesetzte Radiojodbehandlung, bei der die Patienten radioaktives Jod zum Schlucken bekommen. Die Schilddrüsenzellen nehmen dieses Jod auf und sterben dann ab. 

Verfahren der Thermoablation

Außerdem arbeitet die Klinik mit drei verschiedenen Verfahren der Thermoablation:

  • Mikrowellenablation
  • Radiofrequenzablation
  • Ultraschalltherapie 

Wie funktioniert die Thermoablation?

Bei der Mikrowellen- und der Radiofrequenzablation wird unter örtlicher Betäubung eine Sonde durch die Haut in dem Schilddrüsenknoten platziert, durch die die das veränderte Gewebe mit Mikrowellen beziehungsweise hochfrequentem Wechselstrom behandelt wird. Bei der Ultraschalltherapie wird ein Spezialgerät von außen auf die Haut aufgesetzt, das Ultraschallwellen auf einen präzisen Punkt fokussiert, vergleichbar mit einer Lupe, die Sonnenstrahlen bündelt. Bei allen drei Verfahren wird das veränderte Gewebe schnell und intensiv so stark erwärmt, dass es die Zellen schädigt: Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius baut der Körper das behandelte kranke Gewebe ab. Der Knoten wird in kürzester Zeit kleiner.

Die Thermoablation hat viele Vorteile

Die typischen Risiken einer Operation, einschließlich der Risiken einer Vollnarkose, werden umgangen, da die thermoablativen Verfahren entweder ohne Narkose oder nur unter örtlicher Betäubung angewendet werden. Zudem entstehen keine Narben wie bei einer OP - allenfalls winzige.

Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt

Hinsichtlich der Entwicklung und Anwendung neuer Therapieformen zur Behandlung von Schilddrüsenknoten gilt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt als eine der weltweit führenden Kliniken mit einer großen Vielfalt an thermoablativen Verfahren zur Therapie von Schilddrüsenknoten. Die Spezialisten Prof. Dr. F. Grünwald und Prof. Dr. H. Korkusuz therapieren sowohl heiße als auch kalte Schilddrüsenknoten. Durch die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten kann für jeden Patienten individuell das am besten geeignete Verfahren gewählt werden.

Kontakt

Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt
Professor Dr. Dr. Huedayi Korkusuz
Theodor Stern Kai 7
D-60590 Frankfurt am Main

Tel. 069 - 63 01-67 83
Fax 069 - 63 01-38 58
E-Mail: huedayi.korkusuz@kgu.de
Internet: www.dzta.de