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Sind Sie auch manchmal neidisch auf das Leben der Fußball-Superstars?  Die scheinbar leichtfüßig Tore ins Netz zimmern und von allen bewundert werden? So einfach ist es nicht. Tatsächlich müssen Profi-Kicker Unglaubliches leisten. 

Im Flutlicht sind sie die umjubelten Helden und auch sonst führen Profikicker ein beneidenswertes Leben: schicke Autos, Modelfreundinnen, Urlaube in Luxushotels. Aber bevor hier jemand "Ich will tauschen!" ruft: Hinter dem Erfolg steckt harte Arbeit, die Spieler müssen ständig an ihre Grenzen gehen. Neben Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Technik bestimmt auch die mentale Stärke, wer zur Spitzenklasse gehört. Gerade jetzt zur WM-Zeit herrscht ein riesiger Druck, schließlich schaut das ganze Land auf die Jungs. Um in solchen Situationen Höchstleistungen abzurufen, trainieren Profifußballer zweimal täglich, sechs bis sieben Mal pro Woche.  Was genau passiert da eigentlich im Körper?

Top trainiert

Wenn Profispieler ihre Trikots tauschen und ihre definierten Muskeln zeigen, wird klar: Die alte Fußballweisheit, dass Muskeln langsam machen, ist widerlegt. Heute weiß man, dass die Maximalkraft des Spielers die Basis für explosive Sprints und Horizontalsprünge beim Köpfen ist. Sie bestimmt über den einen Zentimeter, der ein Spiel entscheiden kann.

Ein WM-Kicker verfügt aber nicht nur über mehr Muskeln als ein durchschnittlich trainierter Mensch. Auch sein Herz ist vergrößert, damit es mehr Blut pumpen und die Muskeln schneller mit Sauerstoff versorgen kann. Und während sich bei einem normalen Menschen das Lungenvolumen bei einem Atemzug auf 2,5 Liter vergrößern kann, erreicht der auf Ausdauer getrimmte Spieler mehr als vier Liter

90 Minuten Vollgas

In den Sechziger Jahren galt eine Laufleistung mit über vier Kilometern pro Spiel noch als herausragend. Heute laufen die Spieler in 90 Minuten zwischen zehn und 14 Kilometer. Dazu kommen weitere Intensivbelastungen: die Kicker beschleunigen, bremsen ab, wechseln die Richtung - und das alles in schneller Taktfolge. Etwa 30 bis 50 Mal pro Spiel sprinten die Profis mit einer Geschwindigkeit von weit mehr als 30 Kilometer pro Stunde. Jeder "Normalo" würde sich nach zehn Minuten mit knallrotem Kopf ins Sauerstoffzelt tragen lassen. Aber die Profis sind auch nach 90 Minuten noch in der Lage, ihre maximale Laufgeschwindigkeit zu erreichen.

Das Spielerherz pumpt während eines Matches auf voller Stufe. Für etwa 40 bis 50 Minuten erreicht es 85 bis 95 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Rund acht bis zwölf Minuten wird es sogar maximal belastet bei 95 bis 100 Prozent. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Sportler absolviert bereits mit 70 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz ein anstrengendes Training. Bei über 85 Prozent begibt er sich in den roten Bereich, in dem der Körper die Muskeln nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann. Der Körper stellt die Energiegewinnung auf anaerob (ohne Sauerstoff) um – die Muskeln übersäuern und die Leistung fällt ab. Das sollte jeder Freizeitfußballer wissen, der heimlich davon träumt, einmal den WM-Cup in die Luft zu stemmen.

Extreme Kräfte

Und wie kommen Traumtore zustande? Sehr oft mit Kraft. Die trainierte Beinmuskulatur eines Spielers macht es möglich, dass seine Fußspitze beim Ausholen des Beins eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde erreicht. Zusammen mit dem Gewicht des Unterschenkels und der Masse des Balls erzielt er dadurch kanonenartige Schüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Bremst ein Spieler den Ball nicht ab, sondern erwischt ihn in der aufsteigenden Phase (auch Dropkick genannt), kann der Ball sogar eine Geschwindigkeit bis zu 150 Kilometer pro Stunde erreichen. 

Profi-Fußballer müssen auch ganz schön einstecken können – insbesondere beim Kopfball. Kommt der Ball mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 86 Stundenkilometern angeflogen, wirkt beim Aufprall eine Kraft von 4.000 Newton auf den Kopf ein. Umgerechnet entspricht dies einem Gewicht von 20 Cola-Kisten. Ein Mensch kann dies nur aushalten, weil die Kontaktzeit des Balls mit 0,01 Sekunden äußerst kurz ist. Die Wucht ist übrigens noch stärker als im Profiboxen, wo die Schlagkraft eines Boxers etwa 3.000 Newton beträgt. Ganz ehrlich, liebe Profi-Kicker: wenn nach der WM wieder Fotos von Euch und Euren hübschen Freundinnen beim Yacht-Dümpeln in der Karibik durch die Medien gehen, sind wir nicht neidisch. Es sei euch gegönnt.