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Im Herbst ist es oft frisch und feucht. Besonders am Morgen heißt es beim Radfahren aufpassen, ob auf dem Weg zur Arbeit oder auf Ihrer Trainingsrunde. Nachrichtenmoderator und Radsportfan Marc Bator erklärt, worauf Sie beim Radfahren im Herbst achten müssen.

Auf herbstfeuchten Straßen wandelt sich das Fahrverhalten unseres Fahrrads enorm. Nasser Asphalt ist gar nicht mal so problematisch. Aber alles, was noch oben drauf kommt, wird, wenn mit Feuchtigkeit überzogen, zu einer seifigen Rutschbahn.

Gullideckel

Bitte probieren Sie das nicht aus. Selbst wenige Quadratzentimeter Gullideckel reichen schon aus, um sich ohne Vorwarnung auf dem Boden Ihrer Radlerhose wiederzufinden. Sofern Sie den Gullideckel schräg angefahren haben sollten. Ich spreche da aus schmerzhafter Erfahrung. An dieser Stelle: Haben Sie bitte keine Angst vor einem Sturz. In den meisten Fällen bleibt es bei Hautabschürfungen und Prellungen. Je mehr Raum Sie aber einem solchen Szenario in Ihrem Bewusstsein geben, desto mehr verkrampfen Sie, falls es tatsächlich mal passiert...

Fahrbahnmarkierungen und Herbstlaub

Auch Fahrbahnmarkierungen, weithin sichtbar durch ihre weiße Farbe - ob Zebrastreifen oder Abbiegerpfeile - verringern enorm den Rollwiderstand und gewähren bei liquidem Überzug leider nur sehr geringe Haftung. Von Straßenbahnschienen und herumliegendem Herbstlaub möchte ich erst gar nicht sprechen.

Sicherheit geht immer vor - Tipps

Defensiv und vorausschauend fahren

Kein Radfahren ist auch keine Lösung, so ein geflügeltes Wort unter Radsportlern. Was also tun? Fahren Sie, wie Italien jahrelang Fußball spielte: defensiv. Nehmen Sie bei der geringsten Gefahr Tempo raus, schalten Sie einen Gang zurück, fahren Sie vorausschauend. Heißt, vor allem vor Kurven rollen lassen, die Geschwindigkeit ordentlich verringern, ohne ruckartig zu bremsen. Sicherheit geht immer vor!

Sie wollen ja keine Rennen fahren, die finden ab Oktober ohnehin nur im Gelände statt, da schlägt das Herz der Cyclocrosser. Die bügeln auf einem Rennrad mit Stollenreifen auch mal durch tiefen Morast, wenn es sein muss.

Was kostet Sie eine defensive Fahrweise? Vielleicht ein wenig Punkte in der Haltungsnote. Vorm Aufwachen im Krankenhaus werden Sie aber damit bewahrt.

Hindernissen großzügig ausweichen

Generell sollte Sie Hindernissen großzügig ausweichen, wenn das aufgrund der Verkehrslage nicht möglich ist, verhindern Sie es, darauf zu bremsen und fahren diese nicht gerade in Schräglage an. Kommt es auf dem seifigen Belag dann doch mal zu einer Rutschpartie, verkrampfen Sie nicht, zerren Sie nicht hektisch am Lenker. Versuchen Sie, Ihren Schlingerkurs locker auszusteuern und an den Fahrbahnrand zu rollen.

Längeren Bremsweg bei Regen einkalkulieren

Denken Sie aber auch bei Regen immer daran, dass Ihre Bremsen in aller Regel nicht so reagieren wie bei Trockenheit. Die Felgenflanke muss erst trocken gebremst werden, bis der Belag so richtig greift.

Wenn Sie auch im Regen gut bremsen wollen, sollten Sie in jedem Fall auf ein Rad mit Scheibenbremsen umsteigen. Die werden immer verbreiteter und vor allem auch günstiger.

Reifen wechseln

Apropos Umrüsten - eine Sache ist ganz sicher eine Überlegung wert: das Wechseln der Reifen im Herbst.

Spezielle Allwetterreifen besitzen zum einen eine weichere Gummimischung, die die Traktion verbessert, und zum anderen gibt es diese auch in Breiten von 25 oder 28 Millimetern. Das hat den Vorteil, dass sie wiederum mit weniger Luftdruck gefahren werden können, was die Haftung nachhaltig verbessert.

Alles klar? Dann steht auch einer Fahrt durch den ersten Herbstregen nichts mehr im Weg. Ihr Schweinehund? Der liegt doch schon seit Wochen an der Leine, oder? Schauen Sie mal nach.

Sie glauben gar nicht, wie schön sich nach so einem Training die heiße Dusche anfühlt.