Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Fußballprofis müssen schnell sein wie Sprinter, aber auch eine Ausdauer haben wie Langstreckenläufer. Da sich das Tempo auf dem Feld ständig ändert, schwankt auch die Herzfrequenz der Spieler. Der durchschnittliche Puls liegt knapp unter 180 - das ist mehr als viermal so hoch wie der Ruhepuls.

Mit einem Ruhepuls von 70 war Philipp Lahm eine absolute Ausnahme unter seinesgleichen. Denn was für Otto Normalverbraucher völlig normal ist, gilt für Profifußballer nicht. Durch das intensive Training vergrößert sich ihr Herz zu einem sogenannten Sportlerherz. Und ein großes Herz muss seltener schlagen, um Blut in die Muskeln zu pumpen. Darum liegt bei einem Spitzenfußballer der Ruhepuls in der Regel bei deutlich unter 50 Schlägen pro Minute, sogar ein Puls von 35 gilt im Spitzensport noch als normal.

Das Herz eines durchschnittlichen Erwachsenen schlägt dagegen rund 60 bis 80 Mal in der Minute - es muss also für das gleiche Ergebnis mehr leisten.

Die Spieler gehen an die Leistungsgrenze

Im Schnitt legen die Spieler in den 90 Minuten 10 Kilometer zurück. Wilfried Kindermann (Sportmediziner)

Bei einem Fußballspiel wie jetzt bei der WM in Russland werden unsere Nationalspieler an ihre körperliche Leistungsgrenze geraten. Zwar wechseln sich auch bei anderen Ballsportarten Sprints und ruhigere Phasen ab, jedoch sind die Spielzeiten und die gelaufenen Distanzen beim Fußball länger als bei Basketball und Co. Fußballer sind also besonders gefordert.

Der Sportmediziner und ehemalige Leichtathlet Wilfried Kindermann hat vorgerechnet, dass ein Fußballprofi - mit Ausnahme des Torwarts - im Schnitt zehn Kilometer während der 90 Spielminuten zurücklegt, davon zwei Drittel gehend oder trabend, also in mäßigem Tempo. In der restlichen Zeit wird mit wesentlich höherem Tempo gelaufen.

Bei den schnellen Sprints geht es an den Maximalpuls, der über 200 liegt.

Die ganz schnellen Sprints machen rund zehn Prozent der Gesamtspielzeit aus. In diesen kurzen Phasen kann ein Spieler schon mal den Maximalpuls erreichen. Das Herz schlägt dann mehr als 200 Mal pro Minute. Ein so hoher Puls ist selbst für die Herzen von Fußballprofis eine große Belastung, aber zum Glück nur von kurzer Dauer. In den ruhigeren Spielphasen kann sich das Herz dann wieder erholen. Gerade bei Spitzensportlern geht der Puls nach der Belastung sehr schnell wieder runter.  Dies wir auch als Erholungspuls bezeichnet: Je besser ihr Trainingszustand, desto schneller sinkt die Herzfrequenz.

Trotzdem liegt nach Angaben von Wilfried Kindermann die durchschnittliche Herzfrequenz während eines Fußballspiels zwischen 165 und 175 Schlägen pro Minute. Das entspricht etwa 80 bis 90 Prozent der maximal erreichbaren Pulsfrequenz. Die maximale Herzfrequenz (MHF) ist bei jedem Menschen verschieden, aber selbst bei Spitzensportlern ist spätestens bei 220 Schlägen pro Minute Schluss.

Je besser der Trainingszustand, desto schneller sinkt die Herzfrequenz.

Die maximale Herzfrequenz ist prinzipiell für alle Sportarten von Bedeutung und ein wichtiges Kriterium für die persönliche Belastungsgrenze im Freizeit- wie im Spitzensport.

Während beim Schwimmen die niedrigsten Herzfrequenzen erreicht werden, kommen Sprinter sehr schnell in den roten Bereich. Beim Laufen muss man allerdings zwischen Ausdauer- und Kurzstrecken unterscheiden: Ein Top-Marathonläufer erreicht höchstens 80 bis 85 Prozent seiner maximalen Herzfrequenz während eines Marathonlaufs. Bei kürzeren Rennen wie einem 5-Kilometerlauf liegt der Puls eines Profis schon deutlich über 90 Prozent. Beim Endspurt bzw. Sprint wird dann der Maximalpuls erreicht. Eishockey-Spieler bewegen sich ständig am Limit. Dafür stehen sie nur wenige Minuten auf dem Eis.

Übrigens: Nur trainierte Sportlern sollten ihre Obergrenze ausreizen. Ansonsten kann es bei häufiger Maximalpulsbelastung zu ernsten gesundheitlichen Problemen kommen.