Spätestens wenn die Pollensaison im August beginnt, bemerken viele Menschen typische "Ambrosia-Symptome". Je nach individueller Reaktion kann sich die Allergie anders bemerkbar machen: 

  • Ambrosia-Heuschnupfen - Bei der allergischen Rhinokonjunktivitis sind Nase, Augen oder in über 80 Prozent der Fälle beide Organe betroffen. Typische Anzeichen sind, ähnlich wie beim normalen Heuschnupfen, ständiges Niesen, eine tropfende oder verstopfte Nase, tränende, gerötete und juckende Augen.  

Bekommt man die Rhinokonjunktivitis nicht in den Griff, kann sich daraus ein allergisches Asthma entwickeln. Dieser so genannte ‚Etagenwechsel‘ ist für die Entstehung von allergischem Asthma typisch, das anfangs meist nur in der Pollensaison von Ambrosia auftritt (August bis Oktober). Ohne ausreichende Behandlung und je nach Konstitution und Lebensweise kann daraus eine dauerhafte Asthmaerkrankung entstehen, die das ganze Jahr Beschwerden verursacht. 

  • Ambrosia-Asthma - Typische Anzeichen sind trockener Husten, Atemnot und Engegefühle in der Brust, nächtliches Erwachen und verminderte körperliche Belastungsfähigkeit. Bei Asthmapatienten kann sich die Erkrankung verschlechtern.

Jeder zweite Erwachsene mit Ambrosia-Heuschnupfen leidet auch an einer Nahrungsmittelallergie, die mit der Allergie gegen Ambrosia-Pollen zusammenhängt und während des Pollenfluges meist stärker ausgeprägt ist. 

  • Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie - Auf bestimmte Nahrungsmittel, wie Sellerie oder Möhren, aber auch Gewürze wie Knoblauch, Petersilie, Paprika und Kümmel reagieren Betroffene mit einem unangenehmen Juckreiz im Mund beim Essen. Durch diese ‚Kreuzallergie‘ zwischen Ambrosia und bestimmten Nahrungsmitteln kann es nach ca. 15-30 Minuten nach dem Verzehr zu Kribbeln oder Brennen an den Lippen oder auf der Zunge kommen. Es können sich aber auch Schwellungen und möglicherweise sogar Atembeschwerden einstellen. 
  • Ambrosia-Kontaktekzem - Durch den direkten Kontakt mit der Pflanze, beispielsweise beim Ausreißen, kann es zu einem Kontaktekzem kommen. Betroffen sind meist die Hände, Unterarme oder das Gesicht. Typisch sind flüssigkeitsgefüllte Bläschen, so genannte Urtikaria, die an den Kontaktstellen auftreten, oder auch ein verhornendes Ekzem.

Ambrosia artemisiifolia 

gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler und gilt als besonders stark allergieauslösend. Ursprünglich stammt diese Sorte von Ambrosia aus den USA und ist mit Nahrungsmitteln und verunreinigtem Saatgut auch nach Deutschland gekommen. Die zunehmende Ausbreitung des Beifußblättrigen Traubenkrauts, wie die Pflanze auf Deutsch heißt, wird von Ärzten sehr kritisch gesehen. 

Wo? Ambrosia ist insbesondere auf wilden Flächen wie an Baustellen, Ackerrändern, Brachen, Weg- und Straßenrändern zu finden. Die Samen überleben im Boden bis zu 40 Jahren. 

Wann? Am höchsten ist die Pollenkonzentration in den Monaten August bis September, auch wenn der Samen schon ab März keimt. 

Umweltverschmutzung spielt offenbar für die Gefährlichkeit von Ambrosia eine große Rolle. Ihre Allergene sind deutlich aggressiver für den Menschen, wenn die Pflanze Stickstoffdioxid-haltigen Abgasen ausgesetzt ist. Das fanden Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München heraus. 

Der beste Schutz ist rechtzeitig vorzubeugen

Als Asthma-Patient sollten Sie wissen, woran Sie Ambrosia erkennen. Nur so können Sie die Pflanze beim Picknick oder Ausflug ins Grüne meiden. Wer einen eigenen Garten hat, sollte ihn regelmäßig überprüfen und vorhandene Ambrosia-Pflanzen vollständig mit Wurzeln entfernen lassen. Allergiker beauftragen am besten Freunde oder Angehörige damit, die aber auch eine Atemschutzmaske tragen sollten. Entsorgen Sie Ambrosia immer in einer verschlossenen Tüte im Hausmüll. 

Wer bereits eine nachgewiesene Allergie gegen Ambrosia-Pollen hat, sollte die üblichen Regeln zum Vermeiden von Allergenen einhalten, beispielsweise die Freizeit- und Urlaubsplanung auf die Pollenvorhersage abstimmen, abends die Haare waschen und eine Therapie beginnen, deren Wirksamkeit erwiesen ist.