Schimmel kann selbst draußen an der frischen Luft die Schleimhäute reizen. Bei einer echten Schimmelpilzallergie oder einer Sensibilisierung gelangen so genannten "Pilzsporen" über die Atemluft bis in den Körper und lösen dort leichte bis heftige Beschwerden aus. 

Wichtig zu wissen: Schimmelpilze haben von Spätsommer bis Herbst Hochsaison. Durch die Ernte von Getreide, das Mähen des Rasens und die herabfallenden Blätter im Herbst ist die Konzentration in der Luft deutlich erhöht. Da zur gleichen Zeit auch Pollen fliegen, werden die Pilzsporen häufig als Auslöser übersehen. Hier sollten Menschen mit Asthma wachsam sein und vorbeugen. 

Typische Symptome einer Schimmelpilzallergie 

Im Bereich der Lunge können allergisches Asthma mit Husten und Atemnot, Bronchitis und gereizte Schleimhäute im Rachen Symptome für eine Allergie gegen Schimmelpilze sein, genauso wie Kopfschmerzen und ständige Müdigkeit.

Folgende Beschwerden treten zusätzlich zum Asthma auf:

  • Nase: Klarer Schnupfen, Niesreiz, laufende oder verstopfte Nase (allergische Rhinitis)
  • Augen: Jucken, Tränen und gerötete Augen (allergische Bindehautentzündung) 
  • Haut: Gereizte und juckende Haut mit Ausschlag (allergisches Ekzem) oder Quaddeln 

Wichtig zu wissen: Treten bei Ihnen in der Pollensaison typische Symptome auf und es ist keine Gräserallergie nachweisbar, können Schimmelpilze wie Alternaria alternata der Auslöser sein. Beide Allergien treten aber häufig auch zusammen auf und müssen bei einer Hyposensibilisierung beide behandelt werden. 

Die Ursache der Allergie

Rund 4 bis 25 Prozent der Menschen mit saisonalen allergischen Atemwegsbeschwerden weisen auch eine Sensibilisierung gegen Alternaria alternata auf. Dieser Schimmelpilz findet sich bevorzugt auf Getreide und beeinflusst die Schwere der Symptome von Asthma. Gerade im Spätsommer und Herbst verursacht meist nicht (nur) die Pollenallergie, sondern Alternaria die Beschwerden, so erklärte es eine Expertin auf dem Deutschen Allergiekongress.

In diesem Zeitraum können in der Außenluft sehr kleine, nicht sichtbare Sporen und Bruchstücke der Schimmelpilze enthalten sein, die als Allergene eingeatmet werden. Die Sporen sind etwa 3-6 µm dick und 50 µm lang. Wegen ihrer geringen Größe können sie teilweise sogar bis in die Lunge gelangen und dort ab einer Konzentration von 100 Sporen/m³ Luft eine IgE-vermittelte allergische Reaktion hervorrufen. Die Pilze bilden aber auch Proteasen und Mykotoxine, die über weitere Mechanismen allergisierend wirken oder die Schleimhäute reizen. 

Therapie und Tipps 

Wie stark die Luft belastet ist, hängt immer auch von der jeweiligen Tätigkeit ab und wie warm oder feucht es gerade ist. Wer also draußen mehr Asthmabeschwerden entwickelt oder andere typische Symptome einer Schimmelpilz-Reaktion, sollte zum Beispiel: 

  • Während der Ernte die Nähe von Getreidefeldern meiden
  • Biotonnen und Komposte meiden
  • Nicht selbst Rasenmähen 

Denn an verfaulten Blättern, Ähren und im gemähten Gras siedeln sich gerne Schimmelpilze an. Gleiches gilt für das Kompostieren, da durch die Arbeit mit dem Kompost besonders viele Sporen aufgewirbelt werden. Sogar nach einem Gewitter oder wenn es regnet fliegen im Herbst besonders viele Sporen durch die Luft. Gleiches gilt für Wälder mit hoher Luftfeuchtigkeit. Es spielt also für die Stärke der Beschwerden eine Rolle, was Sie draußen tun und wo Sie sich aufhalten. Dieses Wissen sollten Sie nutzen, um sich vor Schimmelpilzen zu schützen.  

Wichtig zu wissen: Oft hilft Betroffenen mit nachgewiesener Allergie gegen diese Arten von Schimmelpilzen eine Immuntherapie (SCIT), die unter die Haut gespritzt wird. Die Wirkung tritt allerdings laut offizieller Empfehlung der AWMF-Leitlinie meist erst nach dem zweiten Behandlungsjahr ein. Insofern sollte die Therapie auch über mehrere Jahre durchgeführt und nicht vorzeitig abgebrochen werden.