Bei Frauen verändert sich der Verlauf einer Asthma-Erkrankung im Lauf des Lebens - und sie unterscheidet sich vom Krankheitsverlauf bei Männern. Während in der Kindheit mehr Jungen als Mädchen Asthma bekommen, kehrt sich das Verhältnis spätestens in der Pubertät um. Ein Grund hierfür sind die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene. Sie scheinen die Anfälligkeit gegenüber Asthma grundsätzlich zu erhöhen.

Junge Frauen haben häufiger schweres Asthma

Gerade bei jungen Frauen verläuft die Krankheit zudem schwerer und sie erleben deutlich häufiger Verschlechterungen - sogenannte Exazerbationen. Pubertierende Jungen haben hingegen gute Chancen, dass das Asthma in der Pubertät abklingt. 

Verschlechterung während der Menstruation

Ein möglicher Grund für die Verschlechterung können hier die Östrogene sein. Bestimmte Schmerzmittel, die die Frauen gegen die Regelschmerzen nehmen, können die Asthma-Symptome zudem verschlimmern. Zu ihnen zählen Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) oder Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antiphlogistika. 

Sind die Hormone die Ursache für die Beschwerden, so können betroffene Frauen die Dosis der Asthma-Medikamente nach Rücksprache mit ihrem Arzt rund um ihre Menstruation erhöhen. Im Falle der Schmerzmittel können andere Schmerzmittel eingenommen werden. Auch hier kann der Arzt Alternativen anbieten. 

Eine Schwangerschaft verursacht bei etwa zwei Dritteln der Asthma-Patientinnen Veränderungen: Bei einem Drittel bessern sich die Beschwerden und ein Drittel hat mit deutlichen Verschlechterungen zu kämpfen. Bei dem letzten Drittel bleibt es unverändert.

Jede zehnte schwangere Frau mit Asthma hat vor allem im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel mit derart starken Asthma-Anfällen zu kämpfen, dass sie notärztliche Hilfe und Kortison benötigt. Zum Ende der Schwangerschaft und während des Geburtsvorgangs sinkt das Risiko für Asthma-Anfälle wieder.

Risikofaktoren während der Schwangerschaft

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für schwere Asthma-Anfälle. Dazu gehören:

  • schweres Asthma bereits vor der Schwangerschaft
  • wiederkehrende Virusinfektionen
  • nicht ordnungsgemäße Einnahme der Asthma-Medikamente 
  • weiblicher Fötus
  • Asthma-Problematik bereits in früheren Schwangerschaften

Negativ wirken sich außerdem die Refluxkrankheit, Infektionen der Atemwege, starkes Übergewicht, Angst oder eine Depression aus. 

Grundsätzlich gilt: Die Lungen von Frauen sind empfindlicher als die Lungen von Männern. Deswegen empfiehlt sich hier umso mehr für Raucher, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn Zigarettenkonsum erhöht das Risiko für Asthma und Asthmaattacken deutlich. 

Menopause verspricht Erleichterung

Mit der Menopause schwächen sich die Beschwerden ab und akute Asthma-Anfälle werden seltener. Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten, können sich die Asthma-Symptome wegen der eingenommenen Hormone jedoch verschlechtern.

Symptome

Insgesamt unterscheiden sich die Asthma-Symptome bei Frauen und Männern: Frauen haben mit einer stark erschwerten Atmung zu kämpfen. Sie benötigen häufiger Bedarfsmedikamente in asthmatischen Notfällen. Alltag und Lebensqualität sind bei Frauen meist stärker eingeschränkt als bei Männern.