Kanadische Kinderärzte haben in einer Studie untersucht, ob inhalierbare Kortisonpräparate - sogenannte inhalative Kortikosteroide (ICS) - zu mehr Knochenbrüchen bei Kindern mit Asthma führen, ob sie also die Knochengesundheit gefährden. Dazu analysierten die Wissenschaftler die Gesundheitsdaten von 19.420 Kindern mit Asthma.

61 Prozent der Kinder waren Jungen, 39 Prozent waren Mädchen. Fast ein Drittel der Kinder war zwischen sechs und neun Jahre alt. Die Ärzte setzten das Knochenbruchrisiko und die Behandlung mit inhalierbarem Kortison miteinander in Bezug. Dabei bezogen sie die aktuelle Therapie ebenso ein, wie Behandlungen der vergangenen Jahre.

Kein Zusammenhang zwischen inhaliertem Kortison und Knochenbruchrisiko

Das Ergebnis: Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zwischen inhaliertem Kortison und Knochenbruchrisiko feststellen. Es traten genauso viele Knochenbrüche auf, wie bei Kindern, die kein Kortison inhalierten. 

Das Risiko für Knochenbrüche war allerdings erhöht, wenn die Kinder das Kortison im Vorjahr als systemische Therapie bekommen hatten, zum Beispiel als Tablette. Das Kortison ist in der Form höher konzentriert und kann sich im gesamten Körper verteilen - auch in den Knochen, wo es das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) erhöht. Eine Osteoporose begünstigt wiederum die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen.

Inhalierbares Kortison gilt als wirksamstes Langzeitmedikament

Inhalierbares Kortison zählt zu den Langzeitmedikamenten, den sogenannten Controllern. Es bekämpft die Entzündung direkt in den Atemwegen und beugt somit langfristig Asthma-Anfällen und -Beschwerden vor. 

Die Kortison-Dosis kann bei zunehmender Schwere des Asthmas erhöht oder aber mit anderen Medikamenten kombiniert werden, zum Beispiel mit sogenannten langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika oder dem Wirkstoff Montelukast. Auch sie gehören zur Gruppe der Langzeitmedikamente. 

Im Gegensatz dazu sind die Bedarfsmedikamente, die sogenannten Reliever, für den Notfall da. Sie wirken sehr schnell und werden bei plötzlich auftretenden Beschwerden und im akuten Asthma-Anfall bzw. auch bei Belastungsasthma kurz vor dem Sport eingesetzt.

Studienergebnisse können Sorgen teilweise ausräumen

Experten sehen in den Studienergebnissen der kanadischen Kinderärzte ermutigende Daten. Sie belegen demnach erstmals, dass inhaliertes Kortison auch in einer großen Studie mit knapp 20.000 Kindern nicht zu vermehrten Knochenbrüchen führt. Die Ergebnisse beziehen sich dabei auf Kinder mit leichtem und mittlerem Asthma. Dies kann dazu beitragen, die Sorgen von Eltern um die Nebenwirkungen von inhalierbarem Kortison auszuräumen.