Der Alltag von Kindern und Jugendlichen mit Asthma sollte so normal wie möglich gestaltet werden. Eine Sonderstellung oder auch absolute Schonung sind der falsche Weg. Kinder sollten früh Eigenverantwortung für die Umsetzung ihrer Asthma-Therapie übernehmen dürfen. Dafür müssen Erzieher, Lehrer und Betreuer umfassend informiert sein.

Wann müssen Betreuer aktiv werden?

Regelmäßige Atemübungen können Teil der Behandlung bei Asthma sein. Lehrer und Erzieher sollten ermöglichen, dass die Kinder und Jugendlichen Zeit für die Übungen haben, sollten ihnen aber keine besondere Aufmerksamkeit schenken. So werden sie auch von den anderen Kindern schnell als normal empfunden und akzeptiert.

Zeigt das betroffene Kind Zeichen eines Asthmaanfalls mit Atemproblemen, festsitzendem Husten oder pfeifenden Atemgeräuschen, sollten Aufsichtspersonen unterstützend eingreifen. Drei einfache Maßnahmen bringen schnell Erleichterung:

  1. Ruhe bewahren und beruhigend auf das Kind einwirken.
  2. Das Kind an gelernte Atemübungen (Lippenbremse) und an das Einnehmen einer atemerleichternden Körperhaltung (Kutschersitz oder Torwartstellung) erinnern.
  3. Schnell wirksame Notfallmedikamente einnehmen oder inhalieren lassen.

Kinder und Jugendliche mit Asthma - was müssen Betreuer und Aufsichtspersonen wissen?

  • Trauen Sie dem Kind oder Jugendlichen zu, selbst zu entscheiden, was bei auftretender Atemnot am besten zu tun ist.
  • Wenn sich zeigt, dass das Kind sich selbst nicht helfen kann, darf es auf keinen Fall alleine nach Hause geschickt werden.
  • Die Betroffenen müssen jederzeit die Möglichkeit haben, Atemübungen zu machen und ihr Dosier-Aerosol anzuwenden.
  • Erlauben Sie dem Kind oder Jugendlichen im Sportunterricht, selbstbestimmt Pausen einzulegen.
  • Ein stufenweises, langsames Aufwärmtraining im Sportunterricht vermeidet Asthmaanfälle.
  • An Tagen mit starkem Pollenflug sollte es Betroffenen mit allergischem Asthma ermöglicht werden, sich durchgehend in Innenräumen aufzuhalten.
  • Betreuer und Aufsichtspersonen sollten ausreichend über die Erkrankung informiert sein und sich mit atemerleichternden Übungen und Notfallmaßnahmen vertraut machen.

Information - das A und O

Vor allem bei kleinen Kindern mit Asthma besteht die wichtigste Aufgabe der Eltern darin, die Betreuer der Kinder gut zu informieren. Hilfreich können Informations- und Merkblätter sein, beispielsweise das Asthma-Informationsblatt für Kindergarten, Schulen und Hort zum Herunterladen und Ausfüllen. Weiterhin steht online ein Merkblatt zur Behandlung von akuten Asthmaanfällen zur Verfügung. Im Rahmen von Fortbildungen können Lehrer an speziellen Asthmaschulungen teilnehmen.