Ist die Luft durch erhöhte Verkehrsbelastung verschmutzt, so kann das die Atemwege belasten. Verschiedene Untersuchungen haben bereits gut belegt, dass Autoabgase und Ozon das Asthma-Risiko bei Kindern erhöhen. Eine im Fachmagazin European Respiratory Journal veröffentlichte Studie aus Frankreich liefert nun Hinweise, dass auch Erwachsene infolge hoher Verkehrsbelastung öfter Asthma bekommen.

Luftverschmutzung, Asthma-Risiko und Biomarkernachweis

Wissenschaftler um die Studienleiterin Anaïs Havet vom Französischen Institut für Gesundheit und Medizinische Forschung am INSERM in Villejuif haben nach einem Zusammenhang zwischen ständiger Luftverschmutzung, Konzentration des Biomarkers 8-Isoprostan in der Ausatemluft und dem Asthma-Risiko gesucht.

Die Menge des Biomarkers ist ein Maß für den sogenannten "oxidativen Stress" und damit für die Menge an schädlichen Sauerstoffradikalen, die in den Zellen Schäden anrichten können. Je größer seine Konzentration, desto höher ist auch der oxidative Stress und mit ihm der potenzielle Schaden.

Für ihre Untersuchung wählten sie aus verschiedenen Studien insgesamt 608 Personen aus. 240 von ihnen hatten zum Zeitpunkt der Analyse Asthma mit Beschwerden, Asthmaanfälle oder sie mussten regelmäßig Asthma-Medikamente einnehmen. Bei den Studienteilnehmern suchten sie dann gezielt nach einem Zusammenhang zwischen dauerhafter Schadstoffbelastung und Asthma, 8-Isoprostan und Asthma sowie Luftverschmutzung und 8-Isoprostan-Konzentration. 

Hohe Ozon-Konzentration und Verkehrsbelastung

Die Forscher konzentrierten sich bei den Schadstoffen auf Feinstaub, Stickoxide und Ozon. Zwischen Stickoxiden sowie Feinstaub und Asthma fanden sie dabei keinen Zusammenhang. Ganz anders sah es aus, wenn sie Verkehrsdichte und Ozon-Konzentration mit der Asthma-Häufigkeit in Bezug setzten. Mit wachsender Verkehrsdichte stieg das Asthma-Risiko ebenso an wie mit steigender Ozon-Belastung.

Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Untersuchung ist das deutlich höhere Asthma-Risiko durch Ozon. Das ist zwar keine neue Erkenntnis. Allerdings ist die Rolle von Ozon in der Diskussion um Diesel-Abgase nahezu untergangen. Weiterhin stellten die Forscher fest, dass Menschen mit Asthma mehr 8-Isoprostan in der Ausatemluft hatten als Nicht-Asthmatiker.

Oxidativer Stress als Asthma-Auslöser

Die Wissenschaftler spekulieren, dass oxidativer Stress - gemessen mittels des Biomarkers - möglicherweise zur Asthma-Entstehung beitrage und dass dieser Stress durch Luftverschmutzung verursacht werde. Sie weisen aber auch darauf hin, dass aktuell noch nicht klar sei, ob 8-Isoprostan ein früher Vorbote für ein späteres Asthma ist oder ob es immer mit Asthma einhergehe.