Mit der Wahl des richtigen Berufs tun sich viele schwer - immerhin handelt es sich um eine meist wegweisende Entscheidung. Das gilt erst recht für Menschen mit Überempfindlichkeiten oder Asthma. Bei der Berufswahl sollten Sie eventuelle gesundheitliche Einschränkungen auf jeden Fall berücksichtigen, um einen Abbruch der Ausbildung oder eine Umschulung zu vermeiden.

Unbedingt meiden: Stäube, Dämpfe, Lösungsmittel

Bei überempfindlichen Atemwegen sind Berufe ungeeignet, die den Umgang mit Stäuben, Dämpfen oder Lösungsmitteln erfordern. Ist die Lungenfunktion bereits eingeschränkt, sollte kein Beruf mit hoher körperlicher Beanspruchung gewählt werden. Da Asthma oft auch mit allergischen Reaktionen einhergeht, sollten Asthmatiker Substanzen meiden, die potenziell Allergien auslösen können.

Belastungen erkennen - Risiken vermeiden

Nicht immer ist sofort ersichtlich, welche Berufe geeignet und welche ungeeignet sind. Sie sollten immer Ihr individuelles Krankheitsprofil im Blick haben. Folgende Berufe gelten als eher ungeeignet für Personen mit Asthma und Allergien:

BerufPotenziell allergieauslösend
BäckerMehlstaub, Backmittel, Enzyme
LackiererFarben, Lacke, Lösungsmittel
FriseurHaarfarben, Bleichmittel, Duftstoffe, Kosmetika
Metall- und ElektroindustrieÖle, Lötwasser, Rostschutzmittel, Kühlmittel
HolzverarbeitungHolzstäube, Kleber, Lacke, Lösungsmittel
GesundheitsberufeReinigungs- und Desinfektionsmittel, Antibiotika, Latex
Tierpflege / LandwirtschaftTierallergene, Schimmelpilze, Pollen
ReinigungskräfteReinigungs- und Desinfektionsmittel

Traumjob trotz Asthma

Am Ende wird es sich auszahlen, wenn Sie bei der Berufswahl auf Ihre körperlichen Einschränkungen Rücksicht nehmen. Aber Ihre Möglichkeiten bleiben dennoch vielfältig - in fast jedem Berufsfeld gibt es geeignete Tätigkeiten mit geringer körperlicher und inhalativer Belastung:

  • Bürotätigkeiten (z.B. Bürokaufmann, Programmierer, journalistische Berufe)
  • Berufe im pädagogischen Bereich (z.B. Lehrer)
  • Wachtätigkeiten
  • Technische Berufe
  • Künstlerische Planungsberufe
  • Berufe im sozialen Bereich (z.B. beratende Berufe, Sozialpädagoge)
  • Berufe im medizinischen Bereich (z.B. Psychotherapeut, Logopäde)
  • Handwerkliche Berufe mit emissionsarmen Arbeitsplätzen (z.B. Optiker, Feinmechaniker)

Nehmen Sie Beratungsmöglichkeiten in Anspruch.

Wenn Sie sich bei der Berufswahl oder bei einer beruflichen Umorientierung unsicher sind, sprechen Sie ihren behandelnden Arzt oder den Betriebsarzt des Unternehmens an. Ein Schnupperpraktikum kann Ihnen konkrete Eindrücke zum Arbeitsalltag vermitteln, sodass Sie besser abschätzen können, ob der Beruf Auswirkungen auf Ihre Asthmaerkrankung haben könnte. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet eine umfangreiche Broschüre zu diesem Thema zum Download an.