Asthmapatienten erkranken öfter als Gesunde an Typ-2 Diabetes. Diese relativ neue Erkenntnis hat sich im medizinischen Alltag noch nicht durchgesetzt und aus diesem Grund wird oft der Zeitpunkt verpasst, rechtzeitig vorzubeugen. Laut Deutscher Diabetes Hilfe steigt das Risiko, beide Erkrankungen zu entwickeln durch Übergewicht und das können Sie beeinflussen. 

Asthma beeinflusst den Blutzucker

Bei Asthma gibt der Körper deutlich mehr Entzündungsstoffe ins Blut als bei Gesunden. Dies lässt sich auf eine chronische Entzündung der Atemwege zurückführen, die für Asthma typisch ist. Forscher vermuten, dass diese Dauerentzündung zur Entstehung von Typ-2 Diabetes beiträgt. Eine weitere Ursache können entzündungshemmende Kortikosteroide sein, die bei Asthma inhaliert werden. Diese Medikamente sind in der Behandlung von Asthma besonders wichtig und dürfen nicht auf eigene Faust abgesetzt oder reduziert werden. Aber je höher die Dosierung und je länger Kortison zum Einsatz kommt, desto größer ist das Risiko, dass sich der Blutzuckerwert erhöht. Das betrifft auch die niedrig dosierten Kortison-Sprays in der  Langzeittherapie. 

Diabetes-Studie 

Wissenschaftler am Deutschen Diabetes Zentrum Düsseldorf untersuchten in dieser Studie 255 Teilnehmer mit unterschiedlich weit fortgeschrittenem Diabetes auf Begleiterkrankungen. Bei 68 Teilnehmern lagen nur erhöhte Blutzuckerwerte vor - der sogenannte "Prädiabetes" - und in 29 Fällen war ein Typ-2 Diabetes gerade erst neu diagnostiziert. Im Vergleich zu Nicht-Diabetikern traten Asthmasymptome bei den meisten Teilnehmern deutlich häufiger auf, sogar bei Prädiabetes und neu diagnostiziertem Typ 2-Diabetes. Dieser Zusammenhang ist bislang in den internationalen Leitlinien weder für Diabetes mellitus, noch für Asthma erwähnt. 

So beugen Sie dem Risiko vor 

Schritt 1 Vorbeugen: Als Asthmapatient besteht die beste Vorbeugung darin, Typ-2 Diabetes erst gar keine Chance zu geben. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung, reich an pflanzlichen Lebensmitteln, kombiniert mit Entspannung und regelmäßiger Bewegung sind die mit Abstand beste Möglichkeit, den Blutzucker zu stabilisieren. Sogar mit einem bereits bestehenden Prädiabetes können diese Maßnahmen Sie erfolgreich vor Diabetes schützen. 

Schritt 2 Rechtzeitiges Erkennen: Um Diabetes so früh wie möglich zu erkennen, sollten Sie an regelmäßigen Check-up Untersuchungen teilnehmen, zu denen auch die Bestimmung des Nüchternblutzuckers gehört. 

Außerdem sollten Sie die typischen Symptome von Diabetes kennen und zum Arzt gehen, wenn Sie folgende Beschwerden bemerken: 

  • Schnelle Unterzuckerung (ca. 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit) 
  • Häufiger Durst 
  • Vermehrtes Wasserlassen 
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen 

Wichtig zu wissen: Wenn Sie an Asthma leiden und Diabetiker sind, ist das Leben mit beiden Erkrankungen nicht ganz einfach. Je besser Sie aber den Blutzucker in den Griff bekommen, desto weniger anfällig sind Sie laut Diabetes-Studien für Asthmaanfälle. Denn der erhöhte Blutzucker schwächt das Immunsystem, indem die Zuckermoleküle Rezeptoren von Abwehrzellen blockieren und dadurch außer Gefecht setzen. Ein gemeinsam mit Ihrem Diabetologen aufgestellter Behandlungsplan ist der erste Schritt, den Sie dann im Alltag auch befolgen sollten. Ein gesunder Lebensstil ist bei beiden Krankheiten ratsam und hilft Ihnen, die Beschwerden leichter und vor allem langfristig in den Griff zu bekommen.