Asthma-Patienten, die zusätzlich zu ihren Medikamenten regelmäßig Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, bekommen seltener schwere Asthmaattacken. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung eines Forscher-Teams um Prof. Dr. Adrian R. Martineau von der angesehenen Cochrane Collaboration. 

Neun Studien zu Asthma und Vitamin D analysiert

Schon länger wird unter Lungen- und Hausärzten diskutiert, ob sich Vitamin D bei Asthmapatienten positiv auswirken könnte. Für ihre aktuelle Untersuchung haben die Wissenschaftler deswegen sieben Studien zu Vitamin D und Asthma mit 435 Kindern und zwei Studien mit 658 Erwachsenen unter die Lupe genommen. Diese fanden in Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Polen und den USA statt. 

Die meisten Teilnehmer hatten leichtes bis mittelschweres Asthma und nahmen während der Studien ihre üblichen Medikamente weiter ein. Sie bekamen zusätzlich entweder Vitamin D oder ein Scheinmedikament - ein sogenanntes Placebo - das kein Vitamin D enthielt. Sie wurden für sechs bis zwölf Monate beobachtet. 

Weniger Asthmaattacken, weniger Krankenhausbesuche

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Teilnehmer, die zusätzlich Vitamin D nahmen, 37 Prozent weniger schwere Asthmaattacken hatten. Zudem mussten sie seltener wegen eines schweren Anfalls in ein Krankenhaus oder zum ärztlichen Notdienst. Die Quote halbierte sich von sechs auf drei Prozent. 

Auf die Lungenfunktion und die alltäglichen Asthmabeschwerden der Teilnehmer hatte die Vitamin-D-Einnahme allerdings keine Auswirkungen. Die Untersuchungen zeigten außerdem, dass die Einnahme keine Nebenwirkungen hatte. 

Aus Sicht der Forscher um Martineau ist bis dato unklar, ob die Nahrungsergänzung mit Vitamin D nur bei Menschen mit Asthma hilft, die einen nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel haben, oder ob sie bei allen Patienten wirkt. 

Zweifel erlaubt

Andere Experten bezweifeln, dass Vitamin D und schweres Asthma überhaupt etwas miteinander zu tun haben. Zwar ist bekannt, dass Vitamin-D-Mangel bei Menschen mit schweren Asthma öfter auftritt. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil sich Asthmatiker wegen der Krankheit häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten. Auch bei anderen Menschen mit chronischen Krankheiten, zum Beispiel mit Rheuma, ist Vitamin-D-Mangel häufig. Mutmaßlich auch, weil die Menschen sich oftmals  weniger draußen aufhalten.

Das resultiert oft in einem Mangel an Sonnenlicht. Und genau das braucht der Körper, um Vitamin D zu produzieren. Bei Menschen, die regelmäßig draußen sind, bildet die Haut 80 bis 90 Prozent des Vitamins. Die restlichen 10 bis 20 Prozent gewinnt der Körper aus der Nahrung, wobei Vitamin D in Lebensmitteln nur begrenzt vorkommt. 

Am höchsten ist die Konzentration in fetten Fischsorten, zum Beispiel in Lachs, Hering oder Makrele. Auch Leber, Eigelb und einige Speisepilze enthalten Vitamin D.