Was passiert bei einem Asthmaanfall?

Bei Asthma-Erkrankten sind die Atemwege chronisch entzündet und dadurch verengt. Bestimmte Reize wie Pollen, Tabakrauch oder Stress können dazu führen, dass sich die Bronchien noch weiter verengen und einen Asthmaanfall auslösen. Typische Anzeichen für einen Anfall sind beispielsweise Kurzatmigkeit, die zur Atemnot führen kann, pfeifende Atemgeräusche und keuchender Husten. Durch die beeinträchtigte Atmung fällt auch das Sprechen oftmals schwer. Asthmaanfälle können sich im Zeitraum von mehreren Stunden oder Tagen entwickeln, manche entstehen aber auch innerhalb von nur wenigen Minuten. Wichtig ist hierbei, nicht in Panik zu verfallen, sondern möglichst souverän mit der Situation umzugehen.

Lippenbremse und Kutschersitz - so meistern Sie die Atemnot

Bei akuter Luftnot können bestimmte Atemtechniken und Körperhaltungen die Atmung erleichtern. Die Techniken sollten in beschwerdefreien Phasen regelmäßig geübt werden, damit Sie sie im Notfall sicher anwenden können:

Bei der Lippenbremse liegen die Lippen beim Einatmen durch die Nase locker aufeinander. Beim Ausatmen werden die Lippen leicht aufeinandergedrückt und ähnlich wie beim Pfeifen gespitzt. So entweicht die Luft durch eine verengte Öffnung und Sie atmen langsamer aus. Dadurch entsteht ein leichter Druck in der Mundhöhle, der sich bis in die Bronchien fortsetzt und verhindert, dass bereits verengte Bronchien in sich zusammenfallen.

Für den Kutschersitz setzen Sie sich mit nach vorne gebeugtem Oberkörper auf einen Stuhl. Die Ellenbogen werden dabei auf den Knien abgestützt. Das Prinzip der atemerleichternden Körperhaltungen beruht darauf, den Brustkorb vom Gewicht der Schultern zu entlasten, indem die Arme aufgestützt werden. Dadurch kann das Luftvolumen in der Lunge gesteigert und die verengten Bronchien können erweitert werden.

Wie sollte ich mich im Notfall verhalten?

Diese Tipps können Ihnen oder Ihren Angehörigen helfen, bei einem akuten Asthmaanfall richtig zu handeln:

  • Bewahren Sie Ruhe: Unterbrechen Sie Ihre Tätigkeit, konzentrieren Sie sich auf sich und Ihre Atmung.
  • Wenden Sie gleich beim Auftreten der ersten Anzeichen atemerleichternde Techniken und Körperhaltungen wie Lippenbremse und Kutschersitz an.
  • Nehmen Sie Ihre Notfallmedikamente ein.
  • Rufen Sie einen Arzt, wenn sich die Beschwerden nicht schnell bessern, nach kurzer Zeit erneut auftreten oder wenn Sie körperlich sehr erschöpft sind.

Achtung: Bei einem Kind unter zwölf Jahren, das unter starker Atemnot leidet und nicht mehr richtig sprechen kann, ist sofort ein Notarzt zu rufen.

In Asthma-Patientenschulungen können Sie Sicherheit im Umgang mit der Krankheit und den damit verbundenen speziellen Situationen gewinnen. Wenn Sie den Bedarf für eine Asthma-Schulung im Rahmen des DMPs haben, wird Ihnen Ihr Arzt diese verschreiben. Sprechen Sie ihn auf die Möglichkeiten an.