Die Atemwege von Kindern sind kleiner und weniger weit dehnbar als von Erwachsenen, was bei Asthma problematisch ist. Wenn sie dann noch in der Nacht mit einer hohen Feinstaubbelastung im Raum schlafen, kann dies ihre Beschwerden deutlich verschlechtern. Forscher der School of the Environment in North Carolina haben deshalb kürzlich in einer Studie untersucht, ob sich die Asthmawerte durch spezielle Filter verbessern. Das Ergebnis ist vielversprechend, denn die Lungenfunktion verbesserte sich nachweislich, vor allem von Kindern mit nicht-allergischem Asthma. 

Wichtig zu wissen: Bei allen Kindern mit mildem bis schwerem Asthma war die Lunge schon nach den 14 Tagen besser belüftet und die Lungenfunktion besser. Allerdings fiel dieser positive Effekt am besten bei Kindern mit nicht-allergischem Asthma aus. Bei hohen Entzündungsmarkern in der Atemluft und im Blut wirkten die Filter weniger gut. Dennoch ist es laut Forschern in Städten oder zu einer Jahreszeit, wenn die Feinstaubbelastung hoch ist, einen Versuch wert, HEPA-Filter einzusetzen.  

Die Studie: Schwebefilter

Die Studie wurde über 14 Tage an einem Ort mit hoher Feinstaubkonzentration in der Außenluft durchgeführt, die teilweise über den in Europa geltenden Grenzwerten von 40 µg/m3 lagen. Im Schlafzimmer der Kinder mit Asthma installierten die Forscher einen Schwebstofffilter (High Efficiency Particulate Air Filter, kurz HEPA-Filter), der die Luft in der ersten Phase mit aktiviertem HEPA-Filter plus Aktivkohlefilter von Feinstaub reinigte und in der zweiten Phase für Luftbewegung sorgte. Die Auswertung zeigte einen deutlichen Effekt: 

  • In der aktiven Phase senkte der Luftfilter die Feinstaubkonzentration im Schlafzimmer um 80 Prozent, in der zweiten Phase immerhin um 26 Prozent. 
  • Untersuchungen der Kinder zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen geringer Feinstaubbelastung und einer verbesserten Lungenfunktion. 

Die deutlichsten Effekte wurden in der Impulsoszillometrie beobachtet, eine Untersuchung beim Lungenfacharzt, die den Widerstand in den Atemwegen bestimmt. Die Kinder zeigten einen geringeren Atemwegswiderstand und eine niedrigere Konzentration von Stickoxid in der Ausatemluft als Marker für Entzündungsprozesse in den Bronchien, wenn sie in einem Raum mit Filter schliefen. Veröffentlicht wurde die Studie jetzt im amerikanischen Fachmagazin für Kinderheilkunde, JAMA Pediatrics.

Unser Tipp: Vor allem im Winter und wenn bei Inversionswetter kalte Luft aus tiefen Schichten von wärmerer Luft überlagert wird, sammeln sich Feinstaubpartikel draußen in der Atemluft an. Vermeiden Sie deshalb als Familie auch zuhause Feinstaub. Für den Innenraum rät das Deutsche Forschungszentrum des Helmholtz Zentrums: Reduzieren Sie den Feinstaub im Haushalt beispielsweise aus Zigarettenrauch, Laserdruckern, rußenden Kerzen oder Backausdünstungen. Bauen Sie Partikelfilter in den Staubsauger ein und wischen Sie vor allem im Schlafbereich häufig nass.