Mit den ersten Sonnenstrahlen steht in den meisten Haushalten der Frühjahrsputz auf dem Programm. Nutzen Sie diese Gelegenheit und ändern Sie Ihre Putzgewohnheiten, zum Schutz Ihre Atemwege. 

So schädlich wie Zigaretten 

Nach dem Haushaltsputz soll alles sauber und vor allem blitzblank sein. Dafür kommen zahlreiche, mitunter aggressive Chemikalien zum Einsatz, angefangen von Bad-, WC- und Fenster-Reinigern bis hin zu Fettlösern, Entkalkern oder Bleichmitteln. Doch die chemischen Inhaltstoffe reizen Ihre Lunge und können allergische Beschwerden und Asthma verstärken. 

Vor allem Sprühnebel und flüchtige Inhaltstoffe von Putzmitteln können leicht eingeatmet werden und dringen dadurch tief in Ihre Atemwege ein. Um weiteren Lungenschäden vorzubeugen, sollten Sie diese und andere aggressive Putzmittel möglichst meiden oder ganz aus Ihrem Putzschrank verbannen. Davon profitieren Sie selbst, aber auch Ihre Angehörigen.  

Norwegische Studie zu Putzmitteln

Norwegische Wissenschaftler haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass die Putzmittel der Atmung auf Dauer genauso schaden wie jahrelanges Rauchen. Die Forscher beobachteten 6230 meist weibliche Putzkräfte und untersuchten über einen Zeitraum von 20 Jahren deren Lungenfunktion.

Wer sehr oft mit Putzmitteln in Kontakt kam, hatte deutlich schlechtere Werte. Bei Putzkräften, die täglich mit Chemikalien umgingen, war die Lungenfunktion am stärksten beeinträchtigt. Die Studie wurde im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.

Schützen Sie sich beim Putzen

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Anzahl an Haushaltsreinigern zu reduzieren und grundsätzlich keine aggressiven Putzchemikalien zu verwenden. Für den gesamten Hausputz reichen ein Allzweckreiniger, ein Spülmittel, eine Scheuermilch und ein Reiniger auf Basis von Essig oder Zitronensäure. Außerdem sollten Sie beim Putzen möglichst wenig Staub aufwirbeln. 

So putzen Sie "lungenfreundlich": 

  • Wischen Sie möglichst immer feucht, um keinen Staub aufzuwirbeln.
  • Nutzen Sie Staubsauger mit sogenannten HEPA-Filtern (high efficiency particulate air filter) und tragen Sie bei Bedarf eine Staubmaske.
  • Verzichten Sie auf Reiniger in Sprayform oder mit flüchtigen Lösungsmitteln. 

Wichtig zu wissen: Als Verbraucher haben Sie es in der Hand, die für Sie richtigen Putzmittel auszuwählen. Denn auf der Verpackung von Reinigungsmitteln, die gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, finden Sie immer einen entsprechenden Warnhinweis.