Manche Menschen mit Asthma reagieren stärker auf Luftverschmutzung als andere. Forschern zufolge spielt dabei das Lebensalter eine große Rolle und wie intensiv jemand Schadstoffen ausgesetzt ist oder war. Aus diesem Grund sollten von Asthma Betroffene möglichst frühzeitig Maßnahmen ergreifen und aktiv gegen die Luftverschmutzung in ihren "eigenen vier Wänden" vorgehen. 

Wichtig zu wissen: Während der Corona-Pandemie wird empfohlen, regelmäßig zu lüften. Für Menschen mit Asthma stellt sich die Frage, ob dies trotz Feinstaub- und Ozonbelastung in der Außenluft sinnvoll ist. Eine neue Studie aus Melbourne gibt jetzt auf diese Frage eine klare Antwort: Trotz Luftverschmutzung außen, schützt regelmäßiges Lüften die Lungenfunktion vor einer hohen Belastung mit Schadstoffen innen. 

Asthma-Studie: Schadstoffe in Innenräumen

Forscher der Universität Melbourne untersuchten Schadstoffe in Innenräumen und prüften, welche Auswirkungen sich für die Atemwege zeigten. Für die Tasmanian Longitudinal Health Studie (TAHS) wurden insgesamt mehr als 3000 Erwachsenen in einem Zeitraum von zehn Jahren untersucht. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden an der Studie lag zwischen 43 und 52 Jahren. 

Das Ergebnis: Die Feinstaubbelastung durch Heizung oder Tabakrauch in Innenräumen führte nach rund zehn Jahren zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion und zu Asthma- Symptomen. Die Forscher konnten darüber hinaus genetische Veränderungen nachweisen, die das Risiko für Asthmabeschwerden, wie Husten oder Atemnot, erhöhen. Dies erklärt vermutlich die individuell unterschiedliche Reaktion auf Luftverschmutzung, selbst wenn sich bereits eine Asthmaerkrankung entwickelt hat. 

Fazit: Die Studie zeigt deutlich, dass regelmäßiges Lüften und der Einsatz von Luftfiltern gegen Feinstaub sinnvoll ist und langfristig die Lunge auch bei Asthma schützt.

Feinstaub und Ozon 

Feinstaub und Ozon haben einen weitreichenden Einfluss auf die Gesundheit, denn die Folgen betreffen so gut wie alle Organsysteme. Durch zu hohe Belastungen können sich auch Allergien, Asthma oder COPD entwickeln. 

Laut Umweltbundesamt entsteht Feinstaub in erster Linie durch Verbrennungsprozesse. In Städten zählen Autoabgase zu den häufigsten Quellen von Feinstaub in der Außenluft, aber auch Heizungen und Öfen. Die ultrafeinen Partikel können bis in die Bronchien, Lungenbläschen und sogar in das Lungengewebe bzw. den Blutkreislauf eindringen. Die gesundheitlichen Probleme durch Feinstaub reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in den Atemwegen bis zu Ablagerungen in den Blutgefäßen. Feinstaub begünstigt außerdem Thrombosen und belastet das vegetative Nervensystem, was sich in einer gestörten Pulsregulation bemerkbar machen kann (Herzfrequenzvariabilität). 

Ozon ist ein Reizgas, das durch den Klimawandel in höherer Konzentration vorliegt.  Besonders an warmen Tagen steigen die Ozon-Werte in der Außenluft deutlich an und erhöhen das Risiko für Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und können bei Asthma zu einer Verschlechterung führen. 

Aktiv für gute Luftqualität 

Um "frische" und nicht durch Feinstaub und Ozon verschmutzte Luft einzuatmen, sollten Patienten mit Lungenerkrankungen folgende Tipps berücksichtigen: 

Außen: Besonders in der wärmeren Jahreszeit ist es wichtig, auf den richtigen Ort und die optimale Tageszeit zu achten, da mit steigenden Temperaturen die Luftverschmutzung meist höher ausfällt. Vermeiden Sie es deshalb, in der Nähe von stark befahrenen Straßen spazieren zu gehen oder dort Rad zu fahren. Planen Sie Sport und Bewegung für eine Tageszeit, an der die Schadstoffbelastung gering ist, zum Beispiel am frühen Morgen. 

Innen: Sorgen Sie dafür, dass in Innenräumen nicht geraucht wird, vor allem nicht im Schlafzimmer. Reduzieren Sie vorhandene Schadstoffe durch gut gewartete, moderne Geräte und lüften Sie in regemäßigen Abständen.