Es gibt viele Gründe für einen Vitamin D-Mangel, aber häufig ist fehlendes Tageslicht die Ursache. Denn Vitamin D wird nur zu etwa 10 bis 20 Prozent über die Nahrung aufgenommen, aber zu 80 Prozent in der Haut produziert, und dazu ist direktes Sonnen- oder Tageslicht erforderlich. Wer sich zum Beispiel nur selten im Freien aufhält oder einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor nehmen muss, bekommt eindeutig zu wenig UV-B-Strahlung. Daraus entwickelt sich schnell ein Mangelzustand. 

Wichtig zu wissen: Zusätzlich zu den sonstigen Risiken, wie Osteoporose, bedeutet das für Asthmapatienten ein höheres Infektionsrisiko für Erkältungen. Nach Auswertung aktueller, sorgfältig geprüfter Studien der Cochrane Collaboration stellt ein normaler Vitamin D3-Spiegel offenbar einen guten Schutz zum Beispiel vor schweren Asthmaanfällen dar.  

So funktioniert es: Vitamin D stärkt das angeborene Abwehrsystem 

Die wirksame, aktive Form von Vitamin D ist Vitamin D3, genannt Calcitriol. In verschiedenen Studien konnten Forscher nachweisen, dass Calcitriol die Produktion von zwei Substanzen verbessert (β-Defensin 2 und Cathelicidine), die beide für das angeborene Abwehrsystem entscheidend sind. Dieses Abwehrsystem bekämpft Entzündungen oder Infektionen immer auf die gleiche Weise. Anders arbeitet die im Laufe des Lebens erworbene, spezifische Abwehr. Hier bildet der Körper nach dem Erstkontakt u.a. spezielle Antikörper aus. 

Studien haben jetzt nachgewiesen: Eine Therapie mit Calcitriol als Medikament stärkt das unspezifische Abwehrsystem und senkt die Zahl an Atemwegsinfektionen von Asthma-Patienten. Eine positive Wirkung von Vitamin D auf das erworbene, spezifische Abwehrsystem, das zum Beispiel bei einer Corona-Infektion eine wichtige Rolle spielt,  konnte bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. 

Asthma und Vitamin D 

Bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen wie Asthma konnten Forscher deutlich häufiger einen zeitgleich vorliegenden Vitamin D-Mangel nachweisen als bei gesunden Menschen. Wurde den Asthmapatienten ein Vitamin D-Präparat verordnet, konnte das systemisch verabreichte Kortison der Studienteilnehmer und die Zahl der Klinikeinweisungen gesenkt werden. 

Was bedeuten diese Ergebnisse? Ob die Einnahme eines Vitamin D-Präparates nur bei einem Mangel an Vitamin D oder auch bei einem normalen Wert sinnvoll ist, bleibt offen. Aus wissenschaftlicher Sicht sind weitere, gezielte Studien erforderlich. 

Dennoch empfehlen Experten allen Patienten mit Asthma, vorbeugend für einen normalen Vitamin D-Spiegel  zu sorgen. Das ist auch ohne zusätzliche Medikamente möglich, zum Beispiel durch eine Vitamin D reiche Ernährung - dazu zählen: Aal, Hering und Lachs, aber auch bestimmte Käsesorten wie Emmentaler - und wenn man sich täglich wenigstens kurz im Freien aufhält. 

Wichtig zu wissen: Der Körper hat die Fähigkeit, Vitamin D zu speichern. Das hat die Natur gut eingerichtet, um den Organismus auch in der dunklen Jahreszeit ausreichend mit Vitamin D versorgen zu können und einem Mangel vorzubeugen. Dies sollten Sie in den Monaten März bis Oktober nutzen und sich jeden Tag, je nach Hauttyp, ca. eine halbe Stunde in dem Zeitfenster 11 bis 15 Uhr an der frischen Luft ohne zusätzlichen Sonnenschutz aufhalten. Gesicht, Arme und Hände müssen dabei mindestens unbedeckt sein, besser noch größere Hautbereiche. Regelmäßiges Tageslicht in den lichtstarken Monaten reicht in der Regel für die Produktion von Vitamin D in der Haut aus.  

Die Einnahme eines Vitamin D3-Präparates sollte nur bei einem nachgewiesenen Mangel und verordnet durch einen Arzt erfolgen.