Als Asthmapatient gehören Sie zu den Risikogruppen, die sich vor einer Ansteckung mit dem Virus SARS-CoV-2, das allgemein als "Corona-Virus" bezeichnet wird, besonders schützen müssen. Das Tragen einer Nasen-Mund-Maske ist deshalb für Sie mehr als nur eine lästige Pflicht, sondern dient vor allem dem Selbstschutz. Dabei gibt es laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie (DGP) einige wichtige Punkte zu beachten. 

Wichtig zu wissen: Ob man sich ansteckt und die Schwere einer COVID-19-Erkrankung hängt laut aktuellen Erkenntnissen sehr wahrscheinlich mit der inhalierten Virendosis zusammen. Je weniger Viren Sie also einatmen, desto besser. Insofern ist sogar das Tragen einer einfachen Mund-Nase-Maske schon von Vorteil, denn es verringert die eingeatmete Dosis zumindest etwas. 

Das sollten Sie bei der Auswahl einer Maske beachten

Das Tragen einer Maske im Alltag wird Sie als Risikopatient wahrscheinlich noch eine Weile und vielleicht bis in den Herbst hinein begleiten. Das Angebot an offiziell erlaubten und im Handel befindlichen Nase-Mund-Masken ist groß und die Leistungen der Masken sind sehr unterschiedlich. Dabei spielt in den meisten Medienberichten vor allem die Filterleistung eine Rolle, also in welchem Maß die Maske Bakterien oder Viren filtert. Wichtig sind laut Stellungnahme der DGP-Lungenärzte für Sie aber zwei Faktoren: 

  • Wählen Sie eine Maske aus, die Sie selbst und andere schützt: Dieser doppelte Fremd- und Selbstschutz ist laut DPG nicht im erforderlichen Maße bei Masken gegeben, die nur aus Baumwolle oder synthetischen Materialen, wie zum Beispiel Polyurethan bestehen. Sie filtern vor allem die Ausatemluft und schützen dadurch in erster Linie andere Menschen. Gleiches gilt für einfache medizinische Masken, die normalerweise im OP verwendet werden. Nur die sogenannten "Partikel-filtrierenden Halbmasken" (filtering facepiece = FFP) schützen das Gegenüber und zugleich den Tragenden. Deshalb werden sie in medizinischen Einrichtungen zum umfassenden Schutz vor Viren und Bakterien aller Art genutzt und leisten auch für Risikopatienten gute Dienste. 
  • Achten Sie auf den Luftwiderstand: Genauso wie die Filterleistung verschiedener Maskenstoffe variiert, gibt es auch große Unterschiede darin, wie anstrengend das Atmen durch eine Maske ist. Dieser Wert wird als "Luft- oder Atemwiderstand" bezeichnet. 

    Einfache nicht-medizinische Masken, zum Beispiel aus Baumwolle, haben einen deutlich erhöhten Luftwiderstand, so als ob man durch einen Strohhalm atmet, und sind damit für Sie weniger geeignet. Denn in diesem Falle muss die Atemmuskulatur deutlich mehr Arbeit leisten und das kann mit Asthma schnell zu einer Überlastung und einem Anstieg der verbrauchten Luft (PaCO2) führen. 

    Normierte chirurgische Masken haben, wenn sie eng anliegen, eine gute Filterleistung - allerdings nur zum Schutz des Gegenübers - und trotzdem einen geringen Luftwiderstand. Durch sie zu atmen ist deshalb für Ärzte im OP und für Patienten mit einer Lungenerkrankung wie Asthma leichter und besser als keine Maske, aber es schützt Sie nur in geringem Maße selbst. 

Überlastung der Atemmuskulatur vermeiden 

Mit Asthma brauchen Sie eine Maske, die Sie schützt, und zugleich darf aber der Luftwiderstand nicht zu hoch sein. Dieses Dilemma gilt es beim Tragen einer Nasen-Mund-Maske gut im Blick zu behalten. Denn mit Asthma können Sie jede zusätzliche Belastung beim Atmen nicht so gut ausgleichen wie Gesunde. Deshalb: 

  • sollten Sie dafür sorgen, dass der Abstand zwischen Gesicht und Maske möglichst gering ist. Je mehr Luft in dem Hohlraum zwischen Gesicht und Maske bleibt, desto geringer ist der Anteil frischer Atemluft, den Sie einatmen können. 
  • sollten Sie, falls Sie ohnehin schon in Ruhe oder bei Belastungen schlecht Luft bekommen (med.: Ruhe- oder Belastungsdyspnoe und/oder eingeschränkte Lungenfunktion), nach Ansicht der DGP eine Blutgasanalyse mit Maske durchführen lassen, am besten auch unter Belastung. 

Wichtig zu wissen: Das Tragen einer Maske bedeutet nicht, dass Sie auf die anderen Schutzmaßnahmen verzichten dürfen. Die DPG betont in ihrer Stellungnahme deshalb ausdrücklich, wie wichtig es in den nächsten Monaten vor allem für Lungenpatienten bleibt, neben der Handhygiene auch mit Maske den empfohlenen Abstand von 1,5 m zum Schutz vor einer Ansteckung einzuhalten.