Aktive Umweltzonen befinden sich mittlerweile in 57 deutschen Städten. Dies sind Regionen, in denen sich lediglich Fahrzeuge mit einem bestimmten Abgassystem aufhalten dürfen. Diese Fahrzeuge lassen sich leicht an Plaketten auf der Windschutzscheibe erkennen.

Diese von Bundesministerien eingerichteten Umweltzonen dienen dazu, die Schadstoffemissionen in dem jeweiligen Gebiet zu senken. Diese ultrafeinen Schadstoff-Partikel können in die Bronchien, Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen. Die Folgen davon können Schleimhautreizungen und lokale Entzündungen in den Atemwegen sein. Diese entzündliche Reaktion fördert nachweislich die Entstehung von Asthma und kann verstärkt Anfälle hervorrufen. Zusätzlich können dadurch Ablagerungen in Blutgefäßen entstehen, was wiederum zu beispielweise Thrombosen führen kann.

Ein Umweltplus für Menschen mit Asthma 

Bei Umweltzonen wird häufig von Verbrauchern und in den Medien kritisiert, sie würden viel Aufwand betreiben, aber wenig Nutzen haben. Eine Studie aus Köln kam lediglich auf eine Reduzierung des Feinstaubes in Umweltzonen um 1 Prozent, während andere Studien auf 2 - 12 Prozent kamen.

Das Forscherteam des Helmholtz Zentrums München dagegen konnte jetzt einen positiven Nutzen eindeutig nachweisen.

Das konkrete Ergebnis der Studie: Umweltzonen sind nicht nur sinnvoll zum Schutz der Umwelt, sondern auch hilfreich für die Gesundheit. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Asthma, die unter den Feinstaubbelastungen in Großstädten besonders leiden.

Innerhalb der Umweltzonen wird statistisch gesehen deutlich weniger Asthmaspray benötigt. Dies zeigt, wie wichtig es zur Verbesserung einer bestehenden Asthma-Erkrankung ist, die eigene Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe zu erkennen und so gut wie möglich zu senken. 

Wichtig zu wissen

In den Städten mit Umweltzonen konnten jährlich 15,8 Millionen Euro gespart werden, die davor für Medikamente bei Herz- und Atemwegserkrankungen benötigt wurden. Davon gingen 12,7 Millionen auf das Konto von Asthma- und COPD-Therapeutika  und 3,1 Millionen wurden bei Herz-Medikamenten eingespart. 

Feinstaubbelastung im Sommer senken

Vor allem im Sommer steigt die Feinstaubbelastung. Insgesamt 30 bis 50 Prozent des freigesetzten Feinstaubs stammen aus überhitztem Asphalt. Insofern machen es die heißeren Monate Menschen mit Asthma besonders schwer. Wer nicht das Glück hat, in einer Umweltzone zu leben, kann sich aber dennoch mit den folgenden Maßnahmen vor einer zu hoher Feinstaubbelastung im Sommer wirksam schützen:

  • Quellen für Feinstaub vermeiden: Dazu zählen im Innenraum beispielsweise Kerzen, Zigarettenrauch und Kamine und im Außenraum stark befahrene Straßen. 
  • Regelmäßig gut lüften: Auch im Sommer sollte regelmäßig gut gelüftet werden. Am effektivsten ist sogenanntes Stoßlüften, wodurch die Luftmoleküle zirkulieren und sich kein Feinstaub im Zimmer sammeln kann.
  • Luftfilter: Spezielle Filtersysteme sorgen dauerhaft für eine niedrigere Belastung an Feinstaub im Innenraum. Insbesondere nachts haben sie Studien zufolge eine vorbeugende Wirkung bei Asthma. 
  • Aktivitäten gut planen: Die Kombination aus einer höheren Schadstoffbelastung im Sommer und zu intensivem Sport kann die Lunge überanstrengen. Aus diesem Grund sollten im Sommer moderate Sportarten bevorzugt werden, zum Beispiel Wandern oder Schwimmen. Außerdem empfiehlt es sich, körperliche Aktivitäten auf den Morgen zu verschieben. Denn in dieser Zeit ist die Schadstoffbelastung am geringsten.