In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen unter einem Lungenemphysem. Ein Großteil davon sind Raucher über fünfzig Jahre. Umgekehrt sind Nichtraucher nur selten betroffen. Etwa zwei Prozent der Lungenemphyseme entstehen als Folge einer Erbkrankheit: Der Körper kann das Enzym Alpha-1-Antitrypsin nicht ausreichend bilden - es besteht ein sogenannter Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. 

Atemnot, die sich schleichend bemerkbar macht

Der Umbau der Lungenarchitektur passiert nicht von heute auf morgen. Zunächst spüren Sie womöglich nur bei körperlicher Belastung, dass Ihnen schneller die Puste ausgeht. Sie werden kurzatmig und müssen häufiger Pause machen, zum Beispiel beim Radfahren oder wenn Sie Einkäufe tragen. Hinweise auf ein Lungenemphysem können sein:

  • Sie verspüren Kurzatmigkeit bis hin zu Atemnot, anfangs nur bei Belastung, später auch in Ruhe.
  • Sie ermüden schnell und sind weniger leistungsfähig.
  • Ihre Lippen oder Nagelbetten schimmern bläulich.
  • Ihr Brustkorb ist kurz und breit. Er ist geformt wie ein Fass.

Ihr Arzt kann Ihren Verdacht in einer Untersuchung bestätigen. Er stellt Ihnen viele Fragen, misst Ihre Lungenfunktion und gegebenenfalls den Sauerstoffgehalt in Ihrem Blut.

Krankheit - ja oder nein?

Ein Lungenemphysem ist eine chronische Erkrankung, da die Struktur der Lunge nicht wiederhergestellt werden kann. Oft wird ein Emphysem jedoch nicht als eigenständige Erkrankung erfasst, sondern als Folgeerscheinung anderer Krankheiten, zum Beispiel einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Aus diesem Grund kann die Zahl der Betroffenen nur geschätzt werden.

Therapieren heißt vermeiden

Ziel der Therapie ist es, Ihre Beschwerden zu lindern. Ein wichtiger Schritt für eine ausdauernde Lunge ist der Rauchstopp. Auch Passivrauchen und andere Umweltbelastungen sollten Sie strikt meiden. Wichtig ist, frühzeitig mit der Behandlung anzufangen, um den Verlauf der Erkrankung ausbremsen oder gar stoppen zu können. So beugen Sie auch anderen Lungenleiden vor, zum Beispiel einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder einer Lungenentzündung .

Vermeiden Sie im Alltag mögliche Reizstoffe:

  • Werden Sie rauchfrei (Tipp: Hilfe bietet das TK-NichtraucherCoaching ).
  • Schützen Sie Ihre Lunge am Arbeitsplatz vor Gasen und Stäuben, zum Beispiel mit einer Maske.
  • Meiden Sie Schadstoffe in der Luft. Lüften Sie beispielsweise Ihre Stadtwohnung zu verkehrsberuhigten Zeiten und halten Sie sich nicht direkt an offenen Feuerstellen auf.

Auch ein erblich bedingter Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann ein Lungenemphysem verursachen. Er kommt selten vor: In Deutschland sind rund 8.000 Menschen betroffen. Das fehlende Enzym kann durch ein Medikament teilweise ersetzt werden. Schreitet die Erkrankung fort, kann eine Lungentransplantation infrage kommen.

Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Bei bestimmten, weit fortgeschrittenen Formen des Lungenemphysems kann das Lungenvolumen zum Beispiel in einer Lungenspiegelung verkleinert werden. So sollen weniger stark geschädigte Lungenabschnitte besser mit Atemluft versorgt und Beschwerden reduziert werden. Ob Betroffene von diesem Verfahren profitieren, wird in einer Reihe von Voruntersuchungen sorgfältig geprüft.

Wieso geht die Struktur der Lunge kaputt?

In einer gesunden Lunge sind Ab- und Neubau der Lungenarchitektur im Gleichgewicht. So bleibt die Lunge bis ins hohe Alter elastisch. Ist das Gleichgewicht gestört und geht die Elastizität verloren, nimmt das Lungengewebe Schaden. So setzen Schadstoffe im Zigarettenrauch oder am Arbeitsplatz entzündungsfördernde Stoffe frei. Diese irritieren die feinjustierte, natürliche Restaurierung der Lungenwände. Zudem entstehen durch den Abbau von Schadstoffen giftige Substanzen, die die Lunge zusätzlich stressen. Wie bei einem verlassenen Haus werden Wände, Dächer und Böden mit der Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Das beeinträchtigt die Funktion des Atmungsorgans. Der Sauerstoff aus der Luft kann dann schlechter ins Blut aufgenommen werden und Sie werden kurzatmig.