Eine Chemotherapie bringt in der Regel enorme körperliche und auch psychische Belastungen mit sich. Viele Betroffene fühlen sich niedergeschlagen oder extrem erschöpft und müde - ein Zustand, der als sogenannte "Fatigue" bezeichnet wird. Sport kann Sie dabei unterstützen, diese Nebenwirkungen einer Chemotherapie besser zu bewältigen.

Was kann Sport während der Behandlung bewirken?

Sport und Bewegung während einer Brustkrebs-Behandlung haben mehrere positive Effekte. Verschiedene Studien zeigen, dass körperliche Bewegung dazu beitragen kann, sowohl Fatigue als auch Depressionen zu mindern. Sport kurbelt zudem das Herz-Kreislauf-System an und steigert die Durchblutung. Es wird angenommen, dass dies den Krebszellen das Überleben erschwert.

Ein weiterer positiver Effekt von regelmäßigem Sport: Eine bessere körperliche Leistungsfähigkeit, verbunden mit einem gesteigerten Selbstwertgefühl und Wohlbefinden. Dies kann wiederum den Umgang mit Ängsten und Sorgen erleichtern und neue Energie geben. Körperlich aktive Brustkrebs-Patienten berichten von einer höheren Lebensqualität.

Wie viel Sport ist während der Behandlung sinnvoll?

Studien zeigen, dass eine Kombination aus Konditions- und Muskeltraining von 30-45 Minuten dreimal pro Woche dazu beitragen kann, Fatigue zu lindern. Während einer Chemotherapie zeigt sich, dass sich moderate körperliche Bewegung besser eignet als Bewegung mit einer höheren Intensität. 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann gemeinsam mit Ihnen herausfinden, welches Training am besten zu Ihnen passt und wie viel Aktivität in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist. Er kann Sie außerdem darüber aufklären, worauf Sie beim Training während und nach der Behandlung achten sollten.

Welche Sportarten sind geeignet?

Für Ihr individuelles Bewegungsprogramm gilt vor allem: Gut ist, was Spaß macht und womit Sie sich wohlfühlen. Krafttraining, Yoga, Aerobic oder Ausdauersportarten wie Joggen, Walking oder Fahrrad fahren sind nur einige der Möglichkeiten. Jegliche Form der Bewegung ist besser als keine Bewegung. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Intensität nur, wenn es Ihnen gut tut.

Bewegung und Sport in Gemeinschaft

Gemeinsame sportliche Aktivität kann körperlich und emotional unterstützen. Beispielsweise bieten Krebssportgruppen Sport- und Freizeitaktivitäten an. Bei Krebsberatungsstellen und Selbsthilfe-Organisationen können Sie sich zu für Sie passenden Angeboten informieren. 

Weitere Tipps und Hintergrundinformationen bietet die Broschüre "Sport, Bewegung und Krebs" des Krebsverbandes Baden-Württemberg e.V.