Brustkrebs-Patientinnen, die begleitend zu ihrer Therapie jede Woche mehrmals Sport treiben und ihr Gewicht halten, können den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen, so das Fazit einer Untersuchung von Julia Hamer und Dr. Ellen Warner von der Abteilung Onkologie und Hämatologie am Sunnybrook Health Sciences Centre in Toronto (Kanada). 

Sie analysierten verschiedene Studien, die untersucht haben, welche Lebensstilfaktoren - zum Beispiel Alkohol, Bewegung oder Nahrungsergänzung - sich wie bei Brustkrebs auswirken. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachmagazin der kanadischen Ärztekammer veröffentlicht. Sie konnten nachweisen, dass sich eine Gewichtszunahme nach der Brustkrebs-Diagnose negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Regelmäßiger, moderater Sport ist am besten

Sport ist dagegen eindeutig positiv, wobei regelmäßige, moderate Bewegung am besten ist. Frauen, die sich an ein empfohlenes Trainingsprogramm gehalten hatten, hatten bessere Heilungschancen und ein niedrigeres Risiko, nach überstandener Brustkrebserkrankung einen Rückfall zu erleiden. Insbesondere bei Frauen in der Postmenopause - das ist die letzte Phase der Wechseljahre, die ein Jahr nach der letzten Regelblutung beginnt - sowie bei übergewichtigen Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI, Körpermassenindex) von mehr als 25 Kilogramm pro Quadratmeter Körperoberfläche (kg/m2) wirkt sich körperliche Bewegung positiv aus. 

Experten gehen davon aus, dass regelmäßiger Sport die allgemeine Fitness steigert und die Nebenwirkungen der Behandlung lindert. Bewegung kann außerdem das Körperbewusstsein steigern und dazu führen, dass sich die Frauen insgesamt wohler und besser fühlen. In den meisten untersuchten Studien war der positive Effekt unabhängig von der Tatsache, ob die Frauen schon vor der Diagnose regelmäßig sportlich aktiv waren oder nicht. 

Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining ideal

Die Untersuchungen zeigen, dass mehr Stunden mit moderatem Training nützlich sind, während mehr intensiver Sport keinen Vorteil bringt. Besonders gut ist eine Mischung aus Kraftsport (zum Beispiel Hanteltraining) und Ausdauertraining (zum Beispiel Aerobic, Laufen) mit zusätzlichen Übungen, die beweglicher machen und die Koordination schulen. An jede Trainingsphase sollte sich unbedingt eine Erholungsphase anschließen. Auch sollte die Ernährung auf das Sportprogramm abgestimmt sein, um den eigenen Körper nicht zu überfordern.

Was das Pensum betrifft, so eignen sich die Vorgaben der Deutschen Krebshilfe: Sie empfiehlt dreimal pro Woche 60 Minuten Bewegung oder alternativ fünf- bis sechsmal wöchentlich 30 Minuten Bewegung.

Andere Lebensstilfaktoren wie Diäten, Nahrungsergänzung, Rauchen und Alkohol scheinen sich hingegen kaum auf den Verlauf bei Brustkrebs auszuwirken:

  • Dennoch sind Rauchverbot und weniger Alkohol natürlich wegen der allgemeinen Gesundheitsrisiken geboten. Außerdem gibt es Hinweise, dass weniger Alkohol das Rückfallrisiko bei Brustkrebs senkt.
  • Keine der geprüften Diäten konnte das Risiko eines Rückfalls senken. Bedenken gegenüber Soja, das pflanzliches Östrogen enthält, seien unbegründet: Soja sei nicht schädlich und könne für ein stabiles Gewicht sogar nützlich sein.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen scheinen keinen großen Nutzen zu haben. Jedoch könnten Vitamin C und D sinnvoll sein, um Nebenwirkungen der Krebstherapie zu lindern.