Verschiedene Perspektiven unter einen Hut bringen

Gespräche zwischen Ärzten und Patienten finden in der Regel mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen statt: Der Arzt steht häufig unter massivem Zeitdruck und muss die nötigen medizinischen Informationen bündeln und verständlich darstellen - oft ohne die persönlichen Voraussetzungen der Patientin zu kennen. Die Patientin hingegen ist in einer ganz anderen Situation: Von der Diagnose Brustkrebs erschüttert, in großer Angst oder von Behandlungsoptionen überfordert, ist sie auf verlässliche Information und Aufklärung durch den Arzt angewiesen. Sie wünscht sich die für sie beste Behandlung, aber auch eine unterstützende Begleitung auf Augenhöhe und eine vertrauensvolle Atmosphäre. Hier gilt es, im Austausch einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Information - das A und O für eine gemeinsame Sprache

Patientinnen haben nicht nur bei der Brustkrebs-Diagnose einen hohen Informationsbedarf, sondern auch in jeder einzelnen Phase der Erkrankung. Oft stehen mehrere therapeutische Möglichkeiten zur Debatte. Ein wesentliches Ziel der Gespräche zwischen Patientinnen und Ärzten ist, dass am Ende einer gemeinsamen Entscheidungsfindung alle Beteiligten mit der getroffenen Wahl einverstanden sind und dass die Behandlung auf dieser Basis durchgeführt werden kann. Mittlerweile gibt es gut aufbereitete und qualitativ hochwertige Informationen zu allen Aspekten der Erkrankung im Internet. Wie zum Beispiel auf den Seiten des Deutschen Krebsforschungszentrums. In zertifizierten Brustkrebszentren spielen die sogenannten "Breast Care Nurses" (speziell ausgebildete Betreuerinnen von Brustkrebs-Patientinnen) eine wichtige Rolle als "Mediatoren" und Vermittler passgenau zugeschnittener Hintergrund-Informationen.

Eingang in die AGO-Leitlinien

Die Arzt-Patienten-Beziehung gerät mehr und mehr auch bei den Ärzten in den Fokus. Zunehmend wird schon bei Studenten und jungen Ärzten Wert auf entsprechende Fortbildungen und Kenntnis gesetzt. So wurde ein Kapitel zur Kommunikation zwischen Arzt und Patientin in die aktuellen Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) aufgenommen.

Wie können Sie als Patientin zu einem gelingenden Dialog beitragen? Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Fragen gehört und geklärt werden? Hier ein paar Empfehlungen:

  • Erstellen Sie vor dem anstehenden Arztgespräch eine Liste mit all Ihren Fragen. Lassen Sie sich dazu Zeit und vergewissern Sie sich, dass alles, was Sie wissen möchten, auf der Liste steht. Versuchen Sie, die Fragen möglichst konkret und gezielt zu formulieren.
  • Platzieren Sie die für Sie wichtigsten Fragen ganz oben.
  • Scheuen Sie sich nicht, auch Fragen zu stellen, die Ihnen persönlich wichtig sind, Ihnen aber vielleicht nicht "fachlich" genug vorkommen oder peinlich sind. Fragen Sie nochmals nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
  • Lassen Sie sich beim Gespräch von einer Person Ihres Vertrauens begleiten. Wenn Sie aufgeregt oder gestresst sind, entgehen Ihnen eventuell wichtige Informationen und Aussagen, die eine Begleitperson besser mitbekommt. Bitten Sie die Person eventuell, mitzuschreiben, damit Sie später in Ruhe die Aussagen nachvollziehen können.
  • Beantworten Sie Fragen des Arztes möglichst konkret, genau und offen. So bekommen auch die Ärzte die Chance, Ihr Anliegen und Ihre persönliche Situation besser kennenzulernen.
  • Weitere hilfreiche Tipps finden Sie in der Artikelserie "Kompetent als Patient" zu diesem Thema.