Die Aminosäure Asparagin kommt in vielen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Linsen, Erdnussbutter, Sojamehl, Paprika, Rinderfilet oder Forelle. In einer Studie an Mäusen sowie mit Zellen, die im Labor gezüchtet wurden, konnten die Forscher um Gregory J. Hannon und Simon Knott zeigen, dass Asparagin-Entzug die Streuung des Tumors bremst.

Die beiden Forscher konzentrierten sich bei ihrer Untersuchung auf bestimmte Brustkrebszellen, die sich schneller und aggressiver ausbreiten. Ihnen fehlen Bindungsstellen für die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron und auch das Protein HER2 ist nur in geringen Mengen vorhanden. Alle drei sind potentielle Angriffspunkte für Brustkrebstherapien. Fallen sie weg, sinkt auch die Zahl der Behandlungsmöglichkeiten und mit ihr die Wirkung der Brustkrebstherapie - der Tumor wird häufiger resistent, weil die gängigen Behandlungen nicht anschlagen.

Asparagin-Mangel bremst Metastasierung

Die Forscher stellten fest, dass die Behandlung mit einem Enzym, das Asparagin abbaut - die sogenannte Asparaginase - das Metastasieren der Krebszellen bremste. Der gleiche Effekt zeigte sich durch eine asparaginarme Diät oder die gezielte Blockade der Asparaginproduktion im Körper. Asparagin zählt zu den entbehrlichen (= nicht-essentiellen) Aminosäuren, weil sie der menschliche Körper selbst herstellen kann und nicht ausschließlich über die Nahrung aufnehmen muss. 

In der Studie zeigte sich, dass der Tumor wieder anfing schnell zu streuen sobald die Mäuse eine asparaginreiche Diät bekamen. Alle Versuche wurden gleichzeitig in mehr als zwölf unterschiedlichen Laboren durchgeführt, kamen aber zum gleichen Ergebnis: Asparginmangel bremste die Streuung, während Asparaginüberschuss die Streuung ankurbelte.

Aus Sicht der Forscher reiht sich die aktuelle Studie in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die darauf hindeuten, dass die Ernährung den Verlauf von Krebs potentiell beeinflussen kann.

Viele Lebensmittel sind asparaginreich

Zu asparaginreichen Lebensmitteln gehören Milchprodukte, Molke, Rindfleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Spargel, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Soja und Vollkornprodukte. Früchte und Gemüse sind hingegen meist arm an Asparagin.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler eine klinische Studie mit gesunden Teilnehmern durchführen, die eine asparaginarme Diät bekommen. Sollte die Diätkost zu geringeren Mengen der Aminosäure im Körper führen, könnte eine Studie mit Krebspatienten folgen. Hier könne die asparaginarme Diät im Zusammenspiel mit einer Chemo- oder Immuntherapie eingesetzt werden. Die Forscher weisen darauf hin, dass sich Asparagin auch auf andere Krebsarten auswirken könnte.