Die Sister-Studie: 

Die amerikanische Sister Study ist eine Langzeituntersuchung, an der 50.000 Schwestern von Brustkrebspatientinnen zwischen 35 und 74 Jahren teilnehmen. Untersucht werden verschiedene Faktoren, darunter auch die Frage, welchen Einfluss die Ernährung auf das Brustkrebsrisiko hat. Die aktuellen Ergebnisse wurden in der renommierten US-Fachzeitschrift International Journal of Cancer veröffentlicht. 

Auf die Sorte kommt es an 

Teilnehmerinnen mit dem höchsten Konsum von rotem Fleisch - Rind-, Lamm- oder Schweinefleisch - hatten ein 23 Prozent höheres Risiko für Brustkrebs als Frauen, die nur selten rotes Fleisch zu sich nahmen. Die Forscher fanden heraus, dass die Zubereitung von Fleisch, anders als gedacht, keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko hatte. Als krebserregend geltende Substanzen - die so genannten ‚Amine‘ - , die beim Grillen und Braten von Fleisch entstehen, spielten laut Studie für das Risiko keine Rolle. 

Die Auswertung der Daten ergab aber eine überraschende Erkenntnis: Frauen mit dem höchsten Verzehr von so genanntem weißem Fleisch, also Puten-, Hühnerfleisch oder Truthahn, hatten ein um fünfzehn Prozent niedrigeres Krebsrisiko als diejenigen, die am wenigsten Geflügel aßen. 

Ernährung: Diese Regeln senken das Risiko für Brustkrebs 

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft rotes Fleisch und Wurst als krebserregend ein. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Wurst ebenfalls als krebserregend, rotes Fleisch dagegen nur als "wahrscheinlich krebserregend". Bisher konnte vor allem ein Zusammenhang mit der Entstehung von Darmkrebs nachgewiesen werden. Die Sister-Studie bestätigte die krebserregende Wirkung von rotem Fleisch und Wurst nun auch bei Brustkrebs. Deshalb sollten Sie bei Ihrer Ernährung Folgendes berücksichtigen: 

  1. Verzichten Sie auf Wurst und so oft wie möglich auf rotes Fleisch: Ab und zu ein Steak oder Schnitzel ist kein Problem und kann ein Genuss sein, der Ihnen Freude macht. Aber grundsätzlich senken Sie Ihr Krebsrisiko schon allein dadurch, dass Sie möglichst oft auf Wurstwaren und rotes Fleisch verzichten. 
  2. Wenn Sie Fleisch essen möchten, essen Sie Geflügel: Bisher konnte nicht geklärt werden, auf welche Weise Geflügelfleisch vor Brustkrebs schützt. Aber die Sister-Studie zeigt eindeutig, dass die Umstellung von rotem Fleisch auf Geflügel eine einfache Maßnahme ist, um das Brustkrebsrisiko zu senken und trotzdem nicht auf Fleisch verzichten zu müssen.  

Wichtig zu wissen: Im Supermarkt finden Sie heute ein Vielzahl von Produkten, die sich irreführenderweise "Geflügelwurst" nennen. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe, denn laut Stiftung Warentest können Sie nur sicher sein, dass kein rotes Fleisch enthalten ist, wenn "Reines Geflügel" oder "100 Prozent Geflügel" auf dem Produkt steht.