Nach neusten Erkenntnissen gibt es immer mehr Hinweise darauf, wie eng die eigene Lebensweise mit dem Risiko für Brustkrebs bzw. einem Rückfall verbunden ist. Zu den wichtigsten Faktoren zählen laut Forschern vor allem die drei Faktoren Ernährung, Bewegung und Körpergewicht. Sie hängen eng miteinander zusammen und können Frauen mit Brustkrebs helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern und einem Rückfall vorzubeugen. 

Gewichtsverlust vorbeugen: Tipps gegen Appetitlosigkeit und Mangelernährung

Viele Krebspatienten leiden unter Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Mangelernährung, auch schon, wenn die Diagnose gestellt wird. Um diesen Teufelskreis von Anfang an zu durchbrechen, sollten sich Patientinnen mit Brustkrebs ernährungsmedizinisch beraten lassen und gezielt gegensteuern. Denn der zu starke Verlust von Gewicht bzw. Untergewicht kann müde machen (Antriebslosigkeit), zum Abbau von Muskelmasse führen und die Neigung zu Infektionen erhöhen. In der neuen S3-Leitlinie für Ärzte zur Behandlung von Brustkrebs  gehört deshalb zu einer optimalen Therapie ab sofort auch eine individuelle Ernährungsempfehlung. 

Experten empfehlen die folgenden Tipps und Maßnahmen zur Vorbeugung von ungewolltem Gewichtsverlust:

Hilfreich gegen Geschmacksveränderungen

Oft schmeckt das Essen während oder nach der Behandlung nicht mehr. Grund dafür sind geschädigte Geschmacksrezeptoren und Speicheldrüsen, was zu einem trockenen Mund führt und das Schlucken erschwert. 

Tipp 1: Intensiver würzen 

Grundsätzlich sollten Sie alle Speisen stärker würzen, zum Beispiel durch viele frische Kräuter. Außerdem hilft es, etwas Süßes wie einen Teelöffel Honig an herzhafte Speisen zu geben und einen Spritzer Zitrone zu verwenden. 

Tipp 2: Optimale Mundhygiene

Für einen guten Geschmack ist es ratsam, die Zähne mindestens zwei Mal am Tag und ggfs. auch vor einer der Mahlzeit zu putzen. Die Zunge lässt sich am besten mit einem Zungenschaber reinigen. 

Tipp 3: Zink ergänzen 

Einige Chemotherapeutika können zu einem Zinkmangel und damit verbundenem Geschmacksverlust führen. Mehrere klinische Studien zeigten, dass die Einnahme eines Zinkpräparats während der Chemotherapie nützlich sein kann, um dem Geschmacksverlust vorzubeugen. 

Tipp 4: Speicheldrüsen anregen 

Zuckerfreie Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen kann den Speichelfluss anregen. Gegen Mundtrockenheit stehen außerdem verschiedene Medikamente zur Verfügung, die ärztlich verordnen werden müssen. 

Tipp 5: Plastikgeschirr und metallfreie Töpfe nutzen

Den typischen Metallgeschmack können Sie reduzieren, indem Sie von Plastikgeschirr essen und das Essen in nichtmetallischen Töpfen und Pfannen zubereiten. 

Schonend zubereiten, Defizite ausgleichen

Während der Krebstherapie berichten viele Patientinnen, dass sie unter Übelkeit leiden oder bestimmte Gerichte plötzlich nicht mehr vertragen und deshalb weniger essen. Dies führt häufig zu einem ungewollten Gewichtsverlust oder einem Mangel an wichtigen Eiweißen, Nährstoffen und Fetten. 

Tipp 1: Lebensmittel kochen 

Obst und Gemüse enthalten besonders viele Nähr- und Ballaststoffe, aber als Rohkost sind sie für die Verdauung während der Behandlung oft zu anstrengend. Deshalb sollten Sie Gemüse und Obst möglichst in gekochter Form verzehren, zum Beispiel als Suppe oder Kompott.  

Tipp 2: Schonend zubereiten 

Lebensmittel dämpfen oder dünsten ist für den Magen-Darm-Trakt bekömmlicher als scharf anbraten oder grillen. Um die ohnehin angegriffene Schleimhaut während der Krebstherapie zu schonen, sollten Sie scharfe, saure oder stark gewürzte Speisen vermeiden.  

Tipp 3: Getreidegerichte

Während der Chemotherapie haben sich Gerichte bewährt, die beispielsweise mit unbehandeltem Reis oder gekochten Haferflocken zubereitet werden. Getreidegerichte enthalten Nährstoffe und Eiweiß, haben aber außerdem das Potenzial, die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes zu beruhigen und so das Auftreten von Verdauungsbeschwerden zu verhindern. 

Wichtig zu wissen: Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen und der Gewichtsverlust weiter fortschreitet oder wenn die Nahrungsaufnahme wegen Erbrechen nicht möglich ist, muss zumindest vorübergehend über eine künstliche Ernährung nachgedacht werden. 

Ein gesundes Mittelmaß finden

Übergewicht? Übergewicht erhöht nachweislich das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken und daran zu sterben. Um sich zu schützen, sollten Frauen deshalb ein normales Gewicht anstreben und die Ernährung umstellen. Extreme Diäten sind aber weder für gesunde noch für erkrankte Frauen sinnvoll. Besser ist es, die Ernährung dauerhaft umzustellen. 

Untergewicht? Ungewollter Gewichtsverlust? Genauso schädlich wie Übergewicht wirkt sich der ungewollte Verlust von Gewicht aus oder das Fehlen von Nährstoffen bei normalem Gewicht. Denn Untergewicht und Mangelernährung schwächen den Körper im Kampf gegen den Krebs. Insofern beeinflussen sie den Krankheitsverlauf negativ und stellen deshalb medizinisch gesehen einen eigenen Risikofaktor dar.