Leitlinien sind Handlungsempfehlungen, die von medizinischen Fachgesellschaften für Ärzte und Betroffene entwickelt werden. Sie basieren auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und haben hohe Qualitätsansprüche. Die aktuelle Brustkrebs-Leitlinie gibt Hinweise, wie Sie Ihr Leben in den drei wichtigen Bereichen Gewicht, Ernährung und Bewegung gestalten sollten. Sie können also selbst mit dazu beitragen, die Auswirkungen Ihrer Brustkrebserkrankung positiv zu beeinflussen - und das über die medizinisch notwendigen Behandlungen hinaus.

Ein normales Körpergewicht erreichen und halten

Die neue Brustkrebs-Leitlinie empfiehlt Betroffenen, auf ein normales Körpergewicht zu achten. Dieses ist von Größe und Alter der Person abhängig und kann gut über den sogenannten Body-Mass-Index (BMI) errechnet werden. Fragen Sie Ihren Arzt, welches Gewicht für Sie gesund ist. Normalgewichtige Betroffene, die zudem körperlich aktiv sind, haben eine erhöhte Lebensqualität, leiden weniger unter Fatigue (einer starken chronischen Erschöpfung) und zeigen verbesserte Körperfunktionen. Um das Normalgewicht zu erreichen oder zu halten, sollten ein gesunder Ernährungsstil sowie regelmäßige Bewegung angestrebt und gelebt werden.

Gesunde Ernährung - was macht sie aus?

Eine gesunde Ernährung zeichnet sich durch regelmäßige Mahlzeiten mit reichlich Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten aus. Außerdem wird der Verzehr von möglichst wenig gesättigten Fetten empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) verdeutlicht diese Vorgaben an einem sogenannten Ernährungskreis, der gemäß der Leitlinie auch für Frauen mit Brustkrebs zu empfehlen ist.

Zusätzlich zur Ernährung sollten Betroffene nicht mehr als zehn Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen und möglichst komplett auf das Rauchen verzichten.

Körperliche Aktivität verbessert die Lebensqualität nachweislich

Bewegung hält nicht nur fit und aktiviert die Körperfunktionen. Sie kann unter anderem auch Beschwerden mindern, die durch die Brustkrebs-Behandlung entstehen, wie beispielsweise Schmerzen oder Fatigue. Es ist daher sinnvoll, so früh wie möglich nach der Brustkrebsdiagnose zu einer normalen Alltagsbewegung zurückzukehren. Zusätzlich dazu empfiehlt die Leitlinie pro Woche mindestens 150 Minuten moderate Bewegung oder 75 Minuten anstrengende körperliche Aktivität. Auch sollte die Bewegungstherapie mindestens zwei Mal die Woche Krafttraining umfassen.

Lässt Ihr Gesundheitszustand das nicht zu? Dann versuchen Sie, die Bewegung zumindest mehr in den Alltag zu integrieren, indem Sie beispielsweise die Treppe benutzen und nicht den Aufzugs. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt über für Sie geeignete Bewegungstherapien beraten.