Schlechte Luft ist schädlich

Schadstoffe in der Luft stehen als Gefahr für unsere Gesundheit mittlerweile außer Frage. Vor allem Feinstaub und die sogenannten Stickoxide schaden dem Organismus: Bei hoher Belastung steigen unter anderem Blutdruck, Blutzuckerwerte sowie die Konzentration von Stresshormonen und Stoffen, die Entzündungsprozesse begünstigen. Das wirkt sich vor allem auf Herz, Gefäße und Blutkreislauf aus. Auch die Entstehung von Lungenkrebs scheint durch die feinen Schwebepartikel des Feinstaubs gefördert zu werden.

Luftverschmutzung - ein Risikofaktor für Brustkrebs?

Doch wie sieht es mit Brustkrebs aus? Kann schadstoffbelastete Atemluft die Erkrankung fördern oder zu ihrer Entstehung beitragen? Dieser Frage gehen Wissenschaftler in aktuellen Studien nach:

Eine europäische Studienauswertung kam 2017 zu dem Ergebnis, dass der sogenannte postmenopausale Brustkrebs (nach den Wechseljahren) häufiger bei Frauen auftritt, die mindestens zehn Jahre einer hohen Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden ausgesetzt waren - die also in größeren Städten oder Gebieten mit hoher Luftverschmutzung lebten.

Eine Studie von 2019 stellt einen Zusammenhang zwischen einer hohen Belastung mit dem besonders lungengängigen Feinstaub PM2,5 und der Sterberate bei lokal begrenztem Brustkrebs (Stadium I) fest. Die Forscher vermuten, dass durch Feinstaub ausgelöste Entzündungsprozesse einen ungünstigen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben könnten.

Wie zuverlässig sind die Aussagen?

Die Ergebnisse basieren auf sogenannten epidemiologischen Untersuchungen. Diese bewerten Zusammenhänge zwischen einem Risikofaktor (z.B. Luftbelastung) und dem Auftreten einer Erkrankung über eine meist größere Bevölkerungsgruppe hinweg. Bei solchen Gruppen ganz unterschiedlicher Individuen können bei der Krankheitsentstehung aber noch zahlreiche weitere Aspekte mit hineinspielen, die in den Studien teilweise nur begrenzt berücksichtigt werden können. Hierzu gehören neben anderen Umwelteinflüssen auch sogenannte Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Ernährung, Wohn- oder Arbeitssituation. Das erschwert eindeutige Aussagen zu klar definierten Ursachen einer Erkrankung. Dennoch zeigen die Ergebnisse ernst zu nehmende Tendenzen.

Was können Sie selbst tun?

Gegen die Belastung mit Feinstaub und Stickoxide in der Luft kann man sich nur bedingt schützen. Vermeiden Sie den Aufenthalt und vor allem sportliche Aktivitäten an viel befahrenen Straßen, in Innenstädten oder Hafengebieten. Versuchen Sie dagegen, regelmäßig im Wald spazieren zu gehen oder zu joggen: Waldluft enthält 90 Prozent weniger Staubteilchen als Stadtluft sowie Stoffe, die sich positiv auf Immunsystem und Psyche auswirken. Besonders effektiv ist es, Rauchen und auch Passivrauchen zu vermeiden.