Die modernen Methoden der Strahlenbehandlung schonen das Gewebe in der Umgebung des Tumors immer besser. Dennoch können Nebenwirkungen nicht völlig ausgeschlossen werden. Einige Symptome können durch eigenes Zutun wirkungsvoll abgeschwächt werden.

Wenn die Haut mitleidet

Unsere Haut ist bei Strahleneinwirkung belastbarer als die Schleimhäute und dient als "Schutzschild". Trotzdem kann sie auf eine Strahlenbehandlung wie auf ein ausgedehntes Sonnenbad reagieren - mit Anzeichen einer Entzündung. Das zeigt sich mit einer Rötung, Überwärmung oder auch mit einer vermehrten Wassereinlagerung in der bestrahlten Region (einem sogenannten Strahlenödem). Die Hautveränderungen heilen normalerweise rasch ab, es können sich aber auch bleibende Farbveränderungen (Pigmentstörungen) entwickeln.

Was können Sie selbst tun?

  • Waschen Sie die Haut an den bestrahlten Stellen vorsichtig und nur mit Wasser (nicht mit Seife).
  • Verwenden Sie kühlende und heilende Lotionen zur Pflege (möglichst naturbelassene Präparate mit Aloe Vera- oder Ringelblumen-Auszügen). Lassen Sie sich hierzu auch von Ihrem Strahlentherapeuten beraten.
  • Tragen Sie lockere Bekleidung aus leichten, kühlenden Stoffen wie Seide oder Viskose. Das beruhigt die bestrahlte Haut und vermeidet mechanische Belastungen.

Die große Müdigkeit

Eine häufige Nebenwirkung der Strahlenbehandlung ist Müdigkeit. Sie kann sich zu einer ausgeprägten körperlichen Erschöpfung entwickeln, auch "Fatigue" genannt.

Die Fatigue hat verschiedene Ursachen: Neben den Anstrengungen, die die Krebstherapie an sich mit sich bringt, kann auch die Blutbildung durch die Strahlen- bzw. Chemotherapie gestört werden. Sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden, ist die Sauerstoffversorgung des Körpers und damit auch seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Und auch die psychische Verarbeitung der Erkrankung kostet Energie. Meistens tritt die Fatigue ein bis zwei Wochen nach Beginn der Strahlentherapie auf und kann noch einige Zeit nach Behandlungsende anhalten, bessert sich dann aber meistens von selbst.

Was können Sie selbst tun?

  • Die beste Wirkung zeigt sportliche Aktivität: Zahlreiche Studien belegen, dass ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung (vorzugsweise an der frischen Luft) die Lebensqualität deutlich verbessern kann.
  • Regelmäßige Yoga- und Entspannungsübungen können die Erschöpfungsanzeichen mindern.
  • Sprechen Sie ein geeignetes Trainingsprogramm, das Ihre Vorlieben berücksichtigt, mit Ihrem Arzt ab.
  • Ernähren Sie sich vielfältig, leicht und gesund.

Arm-Lymphödem

Wenn Ihre Achselhöhle mit in die Bestrahlung einbezogen wird, kann ein Arm-Lymphödem entstehen (manchmal erst Wochen nach der Bestrahlung). Die Gewebeflüssigkeit (Lymphe) kann dabei nicht mehr richtig abfließen, mit der Folge, dass Arm und Hand zum Teil massiv anschwellen. Ein Lymphödem kann auch noch Monate oder Jahre nach einer Krebsbehandlung auftreten.

Was können Sie selbst tun?

  • Achten Sie auf typische erste Anzeichen eines Lymphödems: Fühlt sich der Arm auf der betroffenen Seite schwer, aufgedunsen und warm an? Lässt er sich schlechter bewegen? Sitzen Ringe oder Kleidung enger als sonst?
  • Besprechen Sie Anzeichen zeitnah mit Ihrem Arzt. Er wird eine für Sie geeignete Behandlung zusammenstellen, meist als Kombination aus Kompressionstherapie, Lymphdrainage, Bewegungsübungen und Hautpflege.
  • Lassen Sie sich vom Physiotherapeuten geeignete Bewegungsübungen zeigen, die Sie auch selbstständig durchführen können.

Allgemein gilt:

  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt vor der Strahlentherapie, worauf Sie achten sollten und was sich gegen mögliche Nebenwirkungen tun lässt.
  • Unterbrechen Sie auf keinen Fall Ihre Strahlentherapie ohne ärztliche Rücksprache.
  • Haben Sie Geduld. Die meisten der auftretenden Symptome gehen nach einiger Zeit von selbst zurück.
  • Patienten-Selbsthilfegruppen bieten persönliche Unterstützung und Verständnis sowie nützliche Informationen. Eine Auswahl von Adressen erhalten Sie beispielsweise über das Online-Portal Gesundheitsinformation.de.