Was hilft der Mundschleimhaut?

Entzündete Schleimhäute sind eine häufige Begleiterscheinung von Chemo- oder Strahlentherapien. Sie sind nicht nur schmerzhaft, sondern können auch eine Infektionsquelle sein, die den Körper zusätzlich belastet.

Schutz und Pflege der empfindlichen Mundschleimhaut (zu der auch das Zahnfleisch gehört) sind daher ein wesentlicher Faktor für die Mundgesundheit:

  • Am wichtigsten ist eine konsequente, aber sanfte Mundhygiene. Eine weiche Zahnbürste schützt das Zahnfleisch vor Verletzungen; sie sollte spätestens nach drei bis vier Wochen ausgewechselt werden. Auch die verwendeten Zahnpasten und Mundwässer sollten mild sein.
  • Bei leichten Entzündungen bringen Heilkräuter und natürliche Wirkstoffe in Form von Tees, Mundspüllösungen oder Tinkturen Linderung. Dafür haben sich Salbei, Kamille, Nelkenöl oder Myrrhe bewährt.
  • Auch milde entzündungshemmende Lösungen und leichte Schmerzmittel als Spray oder Salbe können zum Einsatz kommen.
  • Pilz- oder Virusinfektionen (beispielsweise Aphthen) sollten nach Abklärung durch den Zahnarzt oder Arzt gezielt behandelt werden.
  • Während der Chemotherapie kann es helfen, Eiswürfel zu lutschen. Speiseeis hingegen lässt durch den enthaltenen Zucker die Keime im Mund schneller wachsen.
  • Auf scharfe, saure und harte Speisen sollte während der Krebsbehandlung verzichtet werden. Rauchen und Alkohol schaden der Schleimhaut grundsätzlich.
  • Bei Mundtrockenheit ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Abhilfe bringen zuckerfreier Kaugummi oder Medikamente, bis hin zum "künstlichen Speichel" in Form von Mundspüllösungen, Gels oder Sprays. Dexpanthenol-haltige Lutschtabletten regen den Speichelfluss an.

Zahnschutz ist wichtig

  • Ein Zahncheck vor der Brustkrebsbehandlung ist empfehlenswert. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen auch während der Therapie helfen, frühzeitig Zahn- und Zahnfleischschäden zu entdecken und zu behandeln.
  • Nach dem Genuss von Schokolade oder anderen Süßigkeiten ist es sinnvoll, direkt den Mund zu spülen und die Zähne zu putzen. Im Fall von Erbrechen sollte der Mund sorgfältig ausgespült werden. Die Magensäure greift sonst die Zähne an.
  • Wenn das Zähneputzen durch Entzündungen erschwert ist, tragen Mundspüllösungen mit Fluorid-Zusatz zum Zahnschutz bei.

Wenn der Kiefer betroffen ist

Bei Osteoporose infolge einer Krebserkrankung oder bei Knochenmetastasen werden auch so genannte Bisphosphonate eingesetzt. Eine seltene, aber ernste Nebenwirkung dieser Medikamente sind sogenannte "Kiefer-Osteonekrosen", bei denen es zu Entzündungen des Knochens kommt, die zum Absterben von Knochengewebe im Kiefer führen. Anzeichen dafür sind schlecht heilende Geschwüre am Zahnfleisch, Schmerzen, Mundgeruch und ein frei liegender Kieferknochen.

  • Das Risiko von Knochennekrosen sinkt, wenn Zähne und Zahnfleisch in Ordnung sind. Daher sind eine penible Mundhygiene und die regelmäßige zahnärztliche Untersuchung hier besonders wichtig.
  • Zahnentfernungen und umfangreiche Sanierungen der Zähne sollten unbedingt vor der Therapie mit Bisphosphonaten durchgeführt und abgeschlossen werden.
  • Wenn während der Therapie Zahnprobleme auftreten, sollte der Zahnarzt über die Behandlung mit Bisphosphonaten Bescheid wissen.