Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

In der Regel handelt es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln um Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, zunehmend auch um Pflanzenauszüge. Diese Stoffe kommen in der natürlichen Nahrung vor - beispielsweise ist Beta-Karotin als Vorstufe von Vitamin A in Karotten oder Petersilie enthalten, Vitamin B 12 kann vor allem über Käse oder Fisch- und Fleischprodukte aufgenommen werden.

Nahrungsergänzungsmittel enthalten diese Stoffe isoliert und in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Gemeinsam ist ihnen die hochkonzentrierte Form. Obwohl sie als Tabletten, Kapseln, Pulver oder Säfte verfügbar sind, zählen sie nicht zu den Arzneimitteln. Das bedeutet, dass sie nicht so sorgfältig auf Wirkungen und Nebenwirkungen geprüft werden müssen, wie das bei Arzneimitteln der Fall ist.

Sind Nahrungsergänzungsmittel schädlich?

Die zusätzliche Einnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen wird intensiv beworben und teilweise als unersetzlich für die Gesundheit dargestellt. Auch die sogenannte orthomolekulare Medizin setzt als eine alternativmedizinische Methode hochdosiert Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ein, um Krebs und anderen Erkrankungen vorzubeugen oder sie zu behandeln.

Allerdings ist die Wirksamkeit bislang nicht wissenschaftlich erwiesen. Für Vitamine und Mineralstoffe ist sogar nachgewiesen, dass sie in isolierter Form weder vor Krebs schützen noch eine Krebserkrankung günstig beeinflussen können.

Die hochdosierten Mikronährstoffe können enorme Wirkungen im Körper entfalten. So gehen manche dieser Stoffe Wechselwirkungen mit Medikamenten ein. Das kann die Wirksamkeit der Krebstherapie negativ beeinflussen. Auch andere unerwünschte und teilweise gefährliche Wirkungen können zusätzlich auftreten. Klären Sie unbedingt im Vorwege, ob Nahrungsergänzungsmittel für Sie zu empfehlen sind.

Wann können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein?

Eine zeitweilige Nahrungsergänzung kann erwogen werden, wenn durch eine ärztliche Untersuchung ein sicherer Mangel an einem bestimmten Stoff festgestellt wird. Dann sollten Sie sich arzneilich geprüfte Produkte von Ihrem Arzt verschreiben oder empfehlen lassen. Allerdings: Selbst bei solchen Fällen sind sich die Experten nicht einig.

Ein Beispiel ist das sogenannte Fatigue-Syndrom, ein chronischer starker Erschöpfungszustand, der auch bei Brustkrebs auftreten kann. Als eine der möglichen Ursachen für Fatigue wird ein Mangel der Substanz L-Carnitin in Betracht gezogen. Diese Eiweißverbindung wird vom Körper selbst hergestellt und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine ergänzende Behandlung mit L-Carnitin hilfreich bei Fatigue sein kann. Andere Studien zeigen wiederum keine Besserung der Fatigue-Beschwerden bei zusätzlicher Gabe von L-Carnitin.

So gelten weiterhin grundsätzlich die folgenden Empfehlungen:

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung versorgt den Körper in der Regel ausreichend mit allen wichtigen Stoffen. Sie kann durch Einnahme isolierter Stoffe nicht ersetzt werden.
  • Seien Sie vorsichtig mit vollmundigen Bewerbungen oder Heilsversprechen, die im Zusammenhang mit Krebserkrankungen gemacht werden.
  • Nehmen Sie keine Präparate in Eigenregie ein.
  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Versorgung mit Nährstoffen ausreicht, beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Er wird abklären, ob bei Ihnen ein Nährstoffmangel vorliegt, und Sie gezielt dazu beraten oder behandeln.
  • Das Deutsche Krebsforschungszentrum bietet telefonische Beratungsgespräche zu Nahrungsergänzungsmitteln unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 - 420 30 40 (täglich 8 bis 20 Uhr) an.