Einige Hormone, vor allem Östrogene, regen das Wachstum bestimmter Tumoren an. Die antihormonelle Behandlung zielt darauf ab, diesen sogenannten hormonsensiblen Tumoren das Östrogen zu entziehen und sie damit regelrecht "auszuhungern". Dafür gibt es unterschiedliche Strategien: Eine Möglichkeit besteht darin, die körpereigene Östrogenbildung zu blockieren. Bei dem anderen Weg blockieren die sogenannten Anti-Östrogene die Hormon-Bindungsstellen auf den Tumorzellen. Beides hat zur Folge, dass der Tumor in seinem Wachstum gebremst wird. Durch die Antihormon-Behandlung wird allerdings auch dem gesamten Körper Östrogen entzogen. Daher treten therapiebegleitend häufig Beschwerden auf, wie sie auch für die Wechseljahre typisch sind. 

Nebenwirkungen einer Antihormon-Behandlung

Für die antihormonelle Therapie stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, je nachdem, ob Sie sich noch vor, mitten in oder nach der Menopause befinden. Die möglichen Nebenwirkungen sind jedoch bei allen Präparaten ähnlich: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, trockene Scheidenschleimhaut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen sowie sexuelle Lustlosigkeit können auftreten. Eine länger andauernde Behandlung kann sich zudem ungünstig auf die Knochendichte auswirken, sodass das Risiko für Osteoporose ansteigt. 

Nebenwirkungen abmildern

Wie belastend die Nebenwirkungen einer Antihormontherapie sind, empfindet jede Frau anders. Sie können aber selbst einiges dazu beitragen, die unangenehmen Begleiterscheinungen der Therapie erträglicher zu machen:

  • Ausdauersport (Radfahren, Schwimmen, Walken) kann Hitzewallungen abmildern, wirkt sich positiv auf die Gelenke und Muskeln aus und lindert Erschöpfungszustände.
  • Regelmäßige Entspannungsübungen können helfen, die Schlafqualität zu verbessern und depressive Verstimmungen abzuschwächen.
  • Ein gesundes Körpergewicht mindert das Risiko für andere Erkrankungen sowie das Brustkrebs-Rückfallrisiko.
  • Musik- oder Kunsttherapie kann depressiven Verstimmungen entgegenwirken.
  • Intimpflegemittel mit niedrigem pH-Wert und östrogenhaltige Scheidencremes helfen bei trockener Scheidenschleimhaut und Juckreiz im Genitalbereich.
  • Vitamin D in Kombination mit einer kalziumreichen Ernährung wirkt der Entstehung von Osteoporose entgegen.

Auf keinen Fall müssen Sie die Beschwerden einfach "aushalten". Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber. Er wird Sie unterstützen und gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Weg finden, mit den Nebenwirkungen der Antihormon-Behandlung umzugehen.