Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und hat für den Körper zahlreiche positive Funktionen. Wissenschaftlich belegt ist, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D für den Stoffwechsel Ihrer Knochen eine wichtige Rolle spielt und für die Stabilität der Knochensubstanz. Darüber hinaus beeinflusst Vitamin D aber auch noch andere Körpersysteme und dies ist für Brustkrebs entscheidend. 

Bei Brustkrebs sind höhere Zielwerte sinnvoll

Immer wieder wurde in den letzten Jahren heftig diskutiert, ob ein Vitamin D Mangel und bestimmten Erkrankungen zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Asthma, Darmerkrankungen und hormonabhängige Tumore, wie Brust- und Eierstockkrebs.

Eine aktuelle Analyse bisheriger Studien dazu, hat die zu Vitamin D und Brustkrebs vorliegenden Ergebnisse ausgewertet und in der Fachzeitschrift "Der Gynäkologe" veröffentlicht. Die Forscher kommen nach Prüfung aller Daten zu folgender Ansicht: 

Das Fazit der Forscher: Ein zu niedriger Vitamin D-Spiegel geht bei Gesunden mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einher und bei erkrankten Frauen mit einer schlechteren Prognose. Sie raten dazu, den empfohlenen Zielwert nicht zu niedrig anzusetzen, da es bei Brustkrebs nicht nur um die Wirkung von Vitamin D auf den Knochenstoffwechsel ginge. 

Die Empfehlung: Statt der offiziell empfohlenen Untergrenze (Institute of Medicine USA und DGE Deutschland) von 20 ng/ml  soll bei Brustkrebs ein therapeutisch sinnvoller Zielwert von mindestens 35 ng/ml angestrebt werden. Dazu müssten täglich mindestens 800 IE Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. 

Die Kritik: Allerdings fehlen laut Forschern große prospektive Studien mit Vergleichsgruppen, die alle Einflussparameter berücksichtigen.

Vitamin D Mangel bei Krebs vorprogrammiert? 

Ausreichend UV-Licht sorgt dafür, dass der Körper genügend aktives Vitamin D selbst herstellen kann. Die Therapie mit Chemotherapeutika und anderen für Krebspatienten wichtigen Medikamenten kann dazu führen, dass die Haut auf Tageslicht mit Rötungen reagiert. Diese gesteigerte Reaktion auf Medikamente ist bekannt und kann Ihnen als "phototoxische" oder "photoallergische" Reaktion Probleme bereiten.

Deshalb dürfen sich Krebspatienten während bestimmter Therapien nicht dem direkten UV-Licht aussetzen oder müssen einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor nutzen. Beides kann sehr schnell zu einem ausgeprägten Vitamin D-Mangel führen, den Sie ausgleichen oder dem Sie noch besser vorbeugen sollten. 

Bei diesen Medikamenten sollten Sie auf Ihren Vitamin D-Spiegel achten 

Während der Chemotherapie: Einige bei der Chemotherapie eingesetzte Zytostatika erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut bei manchen Patienten sehr stark, sie wirken "photosensibilisierend". Dazu gehören vor allem das bei Brustkrebs eingesetzte 5-Fluorouracil und  Methotrexat, aber auch andere Zytostatika, wie Vinblastin, Dacarbazin.

Ergänzende Behandlung bei Infektionen, Schmerzen oder Depressionen: Vorsicht in Bezug auf Photosensibilität ist auch bei bestimmten Antibiotika geboten, zum Beispiel aus der Klasse der Fluorchinolone (zum Beispiel Ciprofloxacin) oder der Tetrazykline (zum Beispiel Doxycyclin). Lichtreaktionen können außerdem trizyklische Antidepressiva wie zum Beispiel Trimipramin oder Clomipramin, aber auch das pflanzliche Johanniskraut verursachen. 

Unser Tipp:  Wer darf, sollte von Anfang der Erkrankung an darauf achten, jeden Tag ca. 15 Minuten rauszugehen und ohne Sonnenschutz das Tageslicht im Freien zu genießen. Gehen Sie einfach im Verlauf des Vor- oder Nachmittags spazieren und lassen Sie dabei zumindest Gesicht und Unterarme unbedeckt. Die Mittagszeit ist dafür wegen der zu starken Strahlung nicht geeignet. Während Sie photosensibilisierende Medikamente einnehmen (siehe Kasten), ist die regelmäßige Einnahme von Vitamin D als Präparat ein guter Schutz, um einem Mangel vorzubeugen. Wie viel Sie einnehmen sollten, lässt sich am besten im Gespräch mit Ihrem Frauen- oder Hausarzt klären.

Wichtig zu wissen: Präparate mit einer Tagesdosis von über 10 bis 25 µg (> 400 bis 1.000 IE) sind apothekenpflichtig und mit einer Tagesdosis über 25 µg (> 1.000 IE) verschreibungspflichtig.