Die natürlichen Hormonschwankungen im Verlauf des Menstruationszyklus sind für Frauen nicht zu vermeiden, aber je länger die fruchtbare Phase von erster Menstruation bis zur Menopause dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Umso wichtiger ist es für Frauen, die bereits erkrankt sind, zusätzliche Quellen von hormonaktiven Substanzen rechtzeitig zu vermeiden. 

Warum können Sexualhormone das Tumorwachstum fördern?

Tumorzellen von hormonabhängigem Brustkrebs haben Andockstellen für die Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Über diese Rezeptoren fördern die Hormone das Wachstum der Tumorzellen. Bei der endokrinen, antihormonellen Therapie wird genau dieser Mechanismus gezielt blockiert. Dadurch soll das Weiterwachsen von Brustkrebs verhindert werden. Diese Behandlung greift aber nur, wenn der Tumor hormonsensibel ist. 

Der Streit über Grenzwerte 

Hormonell aktive Substanzen sind laut einer Studie des BUND in den unterschiedlichsten Kosmetika und Körperpflegeprodukten enthalten, beispielsweise in bestimmten Lippenstiften und Handcremes. Mit Abstand am häufigsten sei die hormonell aktive Substanz Parabene zu finden. Die Industrie setzt sie gerne als Konservierungsmittel ein, da alternative Koservierungsmittel angeblich Allergien fördern. Nach den Parabenen (Methyl-, Propyl- und Ethylparabene) wurden bestimmte hormonaktive UV-Filter (OMC) am zweithäufigsten in Körperpflege- und Sonnenschutzprodukten gefunden. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet diese Substanzen zusammen mit anderen Umweltschadstoffen als "globale Bedrohung". Bisher sind hormonell aktive Substanzen aber durch die EU-Kosmetikverordnung innerhalb bestimmter Grenzwerte offiziell noch erlaubt, obwohl Fachärzte für Hormone eindringlich davor warnen und eine deutliche Absenkung der Grenzwerte bzw. das Verbot des Einsatzes dieser  Substanzen fordern. 

Unser Tipp: Vor allem mit Brustkrebs sollten Frauen beim Kauf von Pflegeprodukten auf die Inhaltstoffe achten und möglichst nur unbedenkliche Produkte verwenden, die keine oder nur geringe Mengen Parabene und OMC-Filter enthalten. Dabei kann die App "ToxFox" des BUND, eine kostenlose App für iOS oder Android zum Produktcheck wichtige Hinweise zu über 80.000 Produkten liefern. 

"Antihormoneller" Therapieeffekt durch gesunden Lebensstil 

Überzählige Pfunde fördern insbesondere nach den Wechseljahren vor allem beim Östrogenrezeptor-positiven Brustkrebs das Wachstum. Offenbar spielen die im Fettgewebe eingelagerten Östrogene dabei eine entscheidende Rolle. Dieser Mechanismus gilt aber auch in umgekehrter Weise und dies sollten Sie zu Ihrem Schutz nutzen. Wissenschaftlich geprüfte Studien haben gezeigt, dass drei Faktoren das Risiko für einen Rückfall oder weiteres Wachstum von Brustkrebs senken: normales Gewicht, regelmäßige Bewegung und möglichst wenig oder kein Alkohol. Diese drei Schutzfaktoren hängen höchstwahrscheinlich zusammen, denn Alkohol hat viele Kalorien und Bewegung schützt vor Übergewicht. Möglicherweise hat Alkohol zusätzlich noch einen eigenen schädigenden Effekt, dessen Ursache aber bisher nicht vollständig geklärt ist.