Erbrechen (in der Fachsprache als Emesis bezeichnet) und Übelkeit sind eigentlich biologische Warn- und Schutzmechanismen, die den Körper vor Vergiftungen und Schädigungen bewahren wollen. Dafür sorgt ein komplexes System im Körper, bei dem das sogenannte Brechzentrum im Gehirn im Mittelpunkt steht.

Medikamente und Strahlen als Auslöser

Vor allem die Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Aber auch Narkosen oder bestimmte Schmerzmittel können auslösend sein. Bei einer hoch dosierten Strahlenbehandlung entstehen Entzündungsreaktionen im bestrahlten Gewebe und körpereigene Abbauprodukte in konzentrierter Form - auch sie können Unwohlsein und Übelkeit bewirken.

Was beeinflusst das Wohlbefinden?

Wie ausgeprägt Übelkeit und Erbrechen auftreten, hängt von der Art der Medikamente und ihrer Dosis, aber auch von der Dauer der Behandlung ab. Auch die individuelle Empfindlichkeit spielt eine Rolle: Gleiche Auslöser können bei verschiedenen Personen sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Angst und Stress - auch schon die Angst vor einer möglichen Übelkeit - können das Wohlergehen massiv beeinflussen. Vor allem negative Vorerfahrungen können dazu führen, dass es Patientinnen reflexartig schon vor der Behandlung oder beim Gang zum Arzt übel wird.

Unterstützung durch Medikamente

Mittlerweile stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die gezielt gegen Übelkeit und Erbrechen wirken oder sie sogar ganz verhindern können. Diese sogenannten Antiemetika greifen in unterschiedliche Mechanismen ein und setzen an verschiedenen Orten an. So hemmen bestimmte Wirkstoffe (sogenannte Rezeptorantagonisten) die Weiterleitung des Brechreizes im Gehirn.

Ergänzend wird Kortison eingesetzt. Auch beruhigend und entspannend wirkende Medikamente (zum Beispiel die sogenannten Benzodiazepine) können positive Effekte bei Übelkeit und Erbrechen zeigen.

Entspannungsverfahren

Angst, Stress und unliebsame Nebenwirkungen lassen sich mit Entspannungstechniken besser bewältigen. Das sind in der Regel leicht erlernbare Übungen, wie die Meditation oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Sie entfalten ihre Wirkung allerdings erst bei regelmäßiger Anwendung und sollten rechtzeitig vor der Behandlung unter fachkundiger Anleitung erlernt werden.

Hausmittel und alternative Verfahren

Hausmittel oder alternative Verfahren können unterstützend wirken, sind jedoch kein Ersatz für Medikamente. Die Inhaltsstoffe von Ingwer - beispielsweise in Form von frisch aufgebrühtem Tee - haben sich bewährt. Vorsicht ist bei Mitteln und Methoden geboten, die zusätzlich (komplementär) oder alternativ zur normalen Behandlung empfohlen werden: Sie können neben wohltuenden Effekten auch zu unerwünschten Wechselwirkungen mit der Krebsbehandlung führen.

Das können Sie selbst tun

Sprechen Sie vor der Strahlen- oder Chemotherapie ausführlich mit Ihrem Arzt über das Thema. Klären Sie, welche Möglichkeiten es bei Ihnen gibt, schon von vorneherein Übelkeit und Erbrechen zu verhindern.

Streben Sie eine positive Haltung gegenüber Ihrer Brustkrebsbehandlung an: Wenn Sie es schaffen, die Chemo- oder Strahlentherapie als "Verbündete" im Kampf gegen den Brustkrebs aufzufassen, tragen Sie die Behandlung aktiv mit. Das kann sich in vielen Bereichen positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirken - auch in puncto Übelkeit.