Bleibende Erweiterungen und Aussackungen der Atemwege (Bronchiektasen) sind ein eigenständiges Krankheitsbild, das verschiedene Ursachen haben kann. Ob hinter hartnäckigem Husten mit Auswurf und Luftnot mehr als eine COPD steckt, lässt sich erst durch eine gezielte Diagnostik in der Lungenfachpraxis feststellen: 

  • Dazu ist in erster Linie ein CT-Bild erforderlich, mit dem die schleimgefüllten Aussackungen sicher dargestellt werden können. 
  • Ergänzend erfolgt ein Atemtest (Spirometrie), bei dem ein Mal kräftig und schnell in ein Gerät ausgeatmet wird. Durch diese Untersuchung kann abgeklärt werden, wie stark die Lungenfunktion beeinträchtigt ist. 
  • Eine Probe des Sputums (schleimiges Sekret der Atemwege) weist mögliche Keime nach, die bei Bedarf antibiotisch behandelt werden.  

Wichtig zu wissen:

Rauchen gehört nicht zu den Ursachen von Bronchiektasen, kann aber den Verlauf und die Symptome deutlich verschlechtern. Der komplette Verzicht auf Nikotin, also auch auf Passivrauchen, sollte deshalb sofort in Angriff genommen werden. 

Die wichtigsten Elemente der Therapie

Zu den momentan gängigen Behandlungsmethoden gehören Medikamente und Sauerstofftherapien, u.a. schleimlösende Medikamente, Antibiotika und Inhalationen, aber vor allem krankengymnastische Übungen. Ob zur Vorbeugung oder als Unterstützung zur Behandlung: Richtig abhusten können und die ausreichende Muskelkraft hierfür, bringt enorme Vorteile mit sich. Durch gezieltes Training wird die Atemmuskulatur trotz COPD gestärkt und gleichzeitig vor zu viel Belastung geschützt. Durch das effektive Abhusten von Schleim wird außerdem das Risiko für Infektionen oder Entzündungen deutlich vermindert. 

Wichtig zu wissen:

Je konsequenter geübt wird, desto leichter kann man die Krankheit in den Griff bekommen. Bei den Maßnahmen spielt laut dem Expertenteam der European Lung Foundation die aktive Mithilfe eine genauso große Rolle wie die klassische, medikamentöse Therapie. Ein gesunder Lebensstil, vorbeugende Impfungen und gezielte Übungen verbessern nachweislich die Symptome.

Atemwege befreien: 3 Tipps zum Schleim lösen 

Durch festsitzenden Schleim verstärken sich die Beschwerden, deshalb ist regelmäßiges Abhusten besonders wichtig. Mit Hilfe verschiedener Tipps und Tricks können Sie das Lockern des Schleims erleichtern: 

1. Kochen Sie schärfer

Scharf gewürzte Speisen sind exotisch und vielleicht eine  neue Entdeckung. Schärfe steigert als "Nebeneffekt" die Speichelbildung und macht Durst. Kombiniert mit ausreichendem Trinken wird das Abhusten leichter. 

2. Lassen Sie sich abklopfen

Ihr Partner, Ihre Partnerin formt mit jeder Hand eine Schale und klopft in dieser Handhaltung den Rücken rechts und links der Wirbelsäule (Nieren auslassen!), sanft von unten nach oben ab. Das Abklopfen tut gut und fördert zugleich das Abhusten.

3. Werden Sie laut

Setzen Sie sich entspannt auf einen Stuhl, jedes Familienmitglied darf mitmachen. Atmen Sie nun durch die Nase ein und atmen mit drei Atemstößen auf den Laut "mmm" wieder aus. Beim nächsten Ausatmen nehmen Sie den Laut "sss" und danach das "sch". Durch die Vibration lösen Sie festsitzenden Schleim und aktivieren Ihre Lebensenergie. 

Wichtig zu wissen:

Als zusätzliches Training können Sie mit der Lippenbremse  oder mit einem Strohhalm ausatmen. Dadurch wird der Druck in den Bronchien erhöht, was ein Zusammenfall der Atemwege verhindert und den Schleimabtransport erleichtert. 

Atemmuskulatur kräftigen: 3 Übungen für kraftvolles Husten 

Um effektiv abzuhusten, sind eine trainierte Oberkörpermuskulatur und eine gute Haltung entscheidend. Aus diesen Gründen lohnt es sich, die folgenden Übungen regelmäßig durchzuführen:

1. Übung für die Oberarmmuskulatur

Sie benötigen: Hantel (0,5kg) oder eine kleine Wasserflasche (0,5l)

Legen Sie sich in Rückenlage auf eine bequeme, warme Matte. Nehmen Sie nun das Gewicht in die rechte Hand und bewegen Sie sie langsam und kontrolliert zur Schulter und wieder zurück. Der Oberarm bleibt auf der Matte und der Unterarm sollte am besten im Laufe der Übung nicht oder nur ganz leicht abgelegt wird. 

  • Wiederholen Sie diesen Vorgang je nach Kondition ca. 15-mal pro Einheit. Zwischen mehreren Einheiten soll jeweils eine Minute Pause liegen. Die Anzahl der Einheiten kann individuell variiert und am besten im Laufe der Zeit gesteigert werden. Anschließend wechseln Sie die Seite.

2. Übung für die Schulter- und obere Rückenmuskulatur

Sie benötigen: Hantel (0,5kg) oder eine kleine Wasserflasche (0,5l)

Die Ausgangsposition ist in diesem Fall die Seitenlage. Legen Sie den Unterarm angewinkelt auf Ihren Bauch, das Gewicht ist in der Hand. Öffnen Sie nun den Unterarm, so dass die Hand langsam in Richtung Decke zeigt und ein 90° Winkel zwischen dem Oberarm und Unterarm entsteht. Der Oberarm bleibt am Körper und darf sich im Lauf der Übung nicht heben.

  • Die Übung wird ebenfalls ca. 15-mal wiederholt und dann auf der anderen Seite erneut durchgeführt.

3. Übung für die Brustmuskulatur 

Der Startpunkt der Übung ist eine hüftbreite Stellung vor einer Wand. Die Hände werden etwas weiter auseinander gegen die Wand gestützt. Anschließend machen Sie Liegestützen "gegen" die Wand, indem Sie Ihr Gewicht auf die Arme verlagern und sich mit gebeugten Armen der Wand nähern. Die Füße bleiben während der gesamten Übung auf der Ausgangsposition und bewegen sich nicht. 

  • Beginnen Sie mit einer Anzahl an Liegestützen, die Sie ohne sich zu überanstrengen schaffen können. Die Zahl der Wiederholungen, sowie die Stellung der Arme und Beine können Sie nach Ihrem Empfinden variieren. So können Sie sich in Ihrem Tempo langsam steigern.