Altern ist ein biologischer Prozess, der uns das ganze Leben begleitet und alle Funktionen des Körpers betrifft. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für chronische Krankheiten wie Knochenschwund (Osteoporose) oder Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose).

Doch nicht nur das Alter beeinflusst unsere Anfälligkeit für langwierige Erkrankungen. Auch eine bestehende COPD geht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für chronische Begleiterkrankungen einher.

Die Frage liegt daher nahe, ob auch typische Alterskrankheiten bei Menschen mit COPD schon früher auftreten können als bei Gesunden. Um dieser Vermutung auf den Grund zu gehen, werteten spanische Wissenschaftler Daten von über 27.000 Betroffenen mit COPD aus und verglichen sie mit denjenigen von Menschen ohne COPD. Dabei interessierte sie besonders die Anzahl, Art und Häufigkeit der Begleiterkrankungen einer COPD.

Alterserkrankungen - bei COPD 10 bis 20 Jahre früher möglich

Die Auswertung lieferte wichtige Erkenntnisse über mögliche Zusatzrisiken der Erkrankung: Während Betroffene mit COPD im Mittel rund fünf Begleiterkrankungen aufwiesen, traten bei Menschen ohne COPD nur etwa drei chronische Erkrankungen auf. So war auch das Risiko, typische Alterskrankheiten wie Osteoporose oder Arteriosklerose zu entwickeln, bei Menschen mit COPD erhöht. Außerdem bestätigte sich die Vermutung, dass diese Krankheiten bei COPD früher auftreten: Bei den 56- bis 65-Jährigen mit COPD waren sie genauso häufig wie bei 10 bis 20 Jahre älteren Menschen ohne COPD. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass COPD tatsächlich mit einer vorzeitigen Alterung in Verbindung stehen könnte.

Vorbeugen und Symptome ernst nehmen

Um dennoch möglichst fit zu bleiben und alterstypischen Begleiterkrankungen vorzubeugen, ist es wichtig, die eigene Gesundheit aktiv zu fördern. Ein erster Schritt kann sein, den eigenen Lebensstil - am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt - zu überprüfen. Ungünstige Gewohnheiten sollten Sie, wenn möglich mit ärztlicher Begleitung, langfristig ändern. Eine Raucherentwöhnung kann dabei ein entscheidender Schritt sein. Aber auch ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung können dazu beitragen, möglichen Begleiterkrankungen vorzubeugen.

Gerade aufgrund des erhöhten Risikos für Begleiterkrankungen bei COPD sollten Sie neu auftretende Beschwerden in jedem Fall ernst nehmen. Es könnte sich dabei um Anzeichen einer solchen Begleiterkrankung handeln. Halten die Beschwerden länger an oder treten sie immer wieder auf, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen. Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.