COPD geht häufig mit einer chronischen Lungenüberblähung einher, dem sogenannten Lungenemphysem. Dabei ist das Lungengewebe teilweise überdehnt, was zu einer Zerstörung der Lungenbläschen in den betroffenen Bereichen führt. Besonders die Ausatmung ist erschwert, da die feinen Verzweigungen der tiefen Atemwege bei der Ausatmung in sich zusammenfallen. In der Folge leiden Betroffene unter Kurzatmigkeit, die in fortgeschrittenem Stadium auch in Ruhe auftritt. Der Sauerstoffmangel im Blut bewirkt Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Die Lippenbremse - ein entblähender Effekt

Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, die Atemnot lindern kann und gleichzeitig dabei hilft, die Lunge bei der Ausatmung vollständiger zu entleeren. Bei der Lippenbremse werden die Lippen zunächst entspannt aufeinandergelegt. Die Ausatmung erfolgt nur durch eine kleine Öffnung zwischen den Lippen. So wird das Ausatmen verlangsamt und der Atemstrom abgebremst.

Die tiefen Atemwege bleiben durch den nun höheren Innendruck länger geöffnet. Die Lippenbremse sollte regelmäßig auch in beschwerdefreien Phasen geübt und eingesetzt werden. Denn dadurch kann die Lunge besonders effektiv von überschüssiger Luft befreit werden.

Innovatives Beatmungsgerät mit künstlicher Lippenbremse

Damit Menschen mit COPD auch in der Nacht von den entblähenden Effekten der Lippenbremse profitieren können, haben deutsche Forscher aus Borstel ein besonderes Beatmungsgerät entwickelt, welches derzeit getestet wird. Dieses funktioniert nach dem Prinzip der Lippenbremse: In der Ausatemphase wird ein Gegendruck erzeugt, der bewirken soll, dass die Atemwege länger offen bleiben. Als gewünschter Effekt soll die Lunge besser entleert und eine Überblähung der Lunge vermieden werden.

Neues Gerät wird in deutschlandweiter Studie getestet

Im Rahmen einer klinischen Studie werden Nutzen, Sicherheit und Verträglichkeit dieser Geräte-gesteuerten Beatmung untersucht. Die neue Methode wird bei Patienten mit einer stabilen, fortgeschrittenen COPD-Erkrankung mit konventionellen Beatmungsverfahren verglichen, die ebenfalls mit einer Atemmaske verwendet werden. Im Rahmen dieser Studie sollen ungefähr 250 COPD-Patienten an fünf deutschen Prüfzentren (Borstel, Großhansdorf, Hannover, Heidelberg und Lübeck) behandelt werden. Die Studienteilnehmer werden dabei zufällig in zwei gleich große Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhält das neue Gerät, die andere wird mit ihrem aktuell verwendeten Gerät weiterbehandelt. Die Behandlungsdauer beträgt für beide Gruppen drei Monate.

Momentan werden noch Teilnehmer gesucht. Sind Sie selbst oder einer Ihrer Angehörigen an einer Studienteilnahme interessiert, lesen Sie hier weiter.