Bei vielen chronischen Erkrankungen, wie auch bei einer COPD, gehören Entzündungsprozesse zu den möglichen Faktoren, die die Erkrankung verschlechtern. Dagegen können Sie nach neusten Erkenntnissen etwas tun: Bewegung, Sport und vor allem Ausdauertraining wirken sich nach den Studien der Deutschen Sporthochschule Köln auf das Immunsystem positiv aus. Durch regelmäßiges Ausdauertraining steigt die Zahl der so genannten T-Helferzellen, die Entzündungen im Körper bekämpfen. 

Tipp: Das Medikament "Sport" wirkt laut Studien in jeder Phase der COPD, also auch wenn Sie bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sind. 

Wenn die Lunge Schäden nicht richtig repariert

Wird das Lungengewebe immer wieder durch Schadstoffe wie beispielsweise Nikotin geschädigt, versagen irgendwann die körpereigenen Reparaturmechanismen. Statt das Lungengewebe optimal zu reparieren, kommt es bei der COPD zu einem fehlerhaften Aufbau der Lungenstruktur. Die Folge sind zu viele schleimbildende Zellen und nicht funktionsfähige Bronchienwände mit einem hohen Anteil an Bindegewebe. Diesen falschen Reparaturmechanismus bezeichnen Mediziner als "Remodeling". 

Verursacht wird das Remodeling u.a. durch chronische Entzündungsprozesse. COPD ist keine klassische Infektion, wie eine Erkältung, und dennoch kann die Erkrankung  von einer chronischen Entzündungen im Körper verursacht oder verstärkt werden.  

Das etwas andere Ausdauertraining

Joggen, Radfahren, Schwimmen sind klassische Ausdauersportarten. Sie bringen uns nicht zum Schwitzen, aber fordern, anders als beim Krafttraining, vor allem das Herzkreislaufsystem. Dazu gehört Ihr Herz, aber auch Ihre Lunge. Viele Patienten mit COPD erleben aber gerade das Ausdauertraining als besonders belastend. Meist vermeiden sie auch im Alltag jede Bewegung, die den Kreislauf in Schwung bringt. Mit dieser Schonhaltung bewirken Sie aber leider, dass sich die COPD weiter verschlechtert. Nur durch regelmäßiges Ausdauertraining stärken Sie Ihre Lungenfunktion und sorgen für eine Aktivierung des Immunsystems, so dass chronische Entzündungen im Körper zurückgehen können. 

Tipp: Wie intensiv und wie lange Sie trainieren sollten, hängt von Ihrer individuellen Kondition und von Ihrer Tagesverfassung ab. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Ihren Physiotherapeuten. 

Jede Bewegung zählt 

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass Sie auch dann einen Effekt erzielen, wenn Sie sich regelmäßig etwas mehr als sonst bewegen. Das kann ein täglicher Spaziergang sein, bei dem Sie zügig gehen. Selbst ganz langsames Joggen oder Walken ist besser für Ihre Erkrankung, als im Sessel sitzen zu bleiben. Entscheidend für den Erfolg ist, dass Sie diese Bewegungseinheiten regelmäßig einplanen und tatsächlich auch durchführen. 

Wichtig zu wissen: Wer sich allein nicht motivieren kann oder Sorge vor zu hoher Belastung beim Ausdauertraining hat, sollte dies ernst nehmen. Suchen Sie sich Freunde oder Angehörige, die mit Ihnen trainieren, oder gehen Sie in eine Lungensportgruppe. Hier können Sie unter ärztlicher Aufsicht Sport treiben und lernen andere Patienten kennen, die in einer ähnlichen Situation sind.