Eine ausgewogene Ernährung ist neben regelmäßiger körperlicher Aktivität die wahrscheinlich wichtigste Stellschraube, um die eigene Gesundheit zu fördern. Dagegen kann eine Fehlernährung auf Dauer krank machen - oder den Verlauf einer bereits bestehenden chronischen Erkrankung ungünstig beeinflussen.

Nährstoffmangel oder Energieüberschuss: beide Extreme bergen Risiken

Im fortgeschrittenen Stadium geht die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oft mit einem Nährstoffmangel einher. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Menschen mit schwergradiger COPD leiden unter anderem an Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Brustenge, Magenschmerzen und an einem allgemeinen Schwächegefühl. Gewöhnliche Aktivitäten wie der Lebensmitteleinkauf, das Kochen oder die Nahrungsaufnahme können damit plötzlich zu einer Herausforderung werden. Hinzu kommt, dass das Ein- und Ausatmen bei einer COPD viel Kraft kostet und der Energiebedarf des Körpers somit erhöht ist.

Im Gegensatz dazu gehen milde Formen der COPD häufig mit Übergewicht einher. Ein Grund dafür ist, dass viele Betroffene körperlich fordernde Aktivitäten aufgrund ihrer Atemprobleme nicht mehr ausüben können. Zusätzlich können auch bestimmte Medikamente, die zur Behandlung der COPD eingesetzt werden, zu einer Gewichtszunahme beitragen. Auch diese Situation gilt es zu vermeiden, da das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes bei Übergewicht steigt.

In kleinen Schritten zu einer gesunden Ernährung

Wenn Sie Probleme mit dem Einkauf, der Zubereitung oder der Aufnahme des Essens haben, sollten Sie rechtzeitig professionelle Hilfe suchen. Das beratende Gespräch mit einem Arzt oder Ernährungsberater ist eine gute Basis, um sich ausgewogen zu ernähren und die Freude am Essen wiederzufinden. Besteht dauerhaft ein Nährstoffdefizit, kann Ihr Arzt oder Apotheker Sie zu bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln beraten.

Mit den folgenden Maßnahmen können Sie selbst dazu beitragen, langfristig ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten:

  • Auch wenn es Überwindung kostet: Nehmen Sie die Hilfe Ihrer Familie und Freunde an, wenn es Ihnen schwerfällt, Einkäufe allein zu erledigen oder selbstständig zu kochen.
  • Keine falsche Scham: Bei Untergewicht "dürfen" Sie gelegentlich auf energiereiche Fertigprodukte oder auf Fast-Food zurückgreifen, um Ihren Energiebedarf zu decken. Um eine einseitige Ernährungsweise zu vermeiden, sollten Sie allerdings unbedingt darauf achten, regelmäßig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen.
  • Wählen Sie bevorzugt Mahlzeiten, die sich mit geringem Aufwand zubereiten lassen, und bereiten Sie größere Portionen für mehrere Tage vor. Das spart Zeit und Nerven.
  • Auf die Summe kommt es an: Wenn Sie sich rasch gesättigt fühlen, essen Sie lieber über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen anstelle von wenigen Hauptmahlzeiten.

Tipp:

Weitere Ernährungstipps mit konkreten Hinweisen zur Zusammenstellung Ihrer Nahrung finden Sie unter Ernährung bei COPD